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Politik

Erster positiver Milzbrand-Test in Deutschland

In Deutschland gibt es erstmals den dringenden Verdacht auf einen Anschlag mit Milzbrand-Erregern.

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In Thüringen waren erste Untersuchungen eines verdächtigen Briefes positiv, wie das Landessozialministerium am Freitag in Erfurt bekanntgab. Es handle sich um einen "dringenden Verdacht", sagte ein Sprecher am Freitag. Die Proben wurden nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums ins Berliner Robert-Koch-Institut geschickt.

Der im thüringischen Rudolstadt gefundene Brief, der möglicherweise Milzbrand-Erreger enthält, trägt nach Angaben der Erfurter Landesregierung den Absender Islamabad. Der Brief war nach Angaben des Ministeriums zwei Mal positiv auf Milzbrand getestet worden. Es bestehe aber keine Gefahr für die Bevölkerung und die Mitarbeiter, weil der verdächtige Brief nicht geöffnet wurde, erklärte Thomas Schulz vom Gesundheitsministerium in Erfurt dem Nachrichtensender n-tv. Auch in Schleswig-Holstein gibt es nach Angaben der Staatskanzlei einen Verdacht auf Milzbrand. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

Laut dem Thüringer Sozialministerium wurde die verdächtige Probe in einem Testlabor in Jena untersucht. Insgesamt waren in Thüringen bisher 50 verdächtige Schreiben zumeist von so genannten Trittbrettfahrern geprüft worden. In den vergangenen Wochen hatten bundesweit hunderte Fälle verdächtiger Briefe für Unruhe gesorgt. Einige Trittbrettfahrer wurden inzwischen bereits verurteilt.

Milzbrand-Medikament in Deutschland zugelassen

Nach Angaben des Bayer-Konzerns in Leverkusen erteilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die Genehmigung für die Zulassung von Ciprobay als Milzbrand-Medikament. Deutschland ist laut Bayer das erste europäische Land, in dem das Breitband-Antibiotikum auch zur Bekämpfung von Milzbrand verschrieben werden kann. In den USA wird Ciprobay bereits großflächig zur Behandlung der Krankheit eingesetzt.

In den Vereinigten Staaten waren in den vergangenen Wochen Milzbranderreger unter anderem in Medienhäusern, Postgebäuden, dem Kongress in Washington und den Poststellen von Regierungseinrichtungen aufgetaucht. Am Donnerstag wurde dann erstmals auch auf dem europäischen Kontinent ein Fall bekannt: In einem Postsack für die US-Botschaft in Litauen wurden bei Untersuchungen Sporen festgestellt.

Milzbrand-Spuren in Pakistan bestätigt

In Pakistan sind offiziellen Angaben zufolge in zwei Einrichtungen Spuren von Milzbrand-Erregern entdeckt worden. Im Büro einer Zeitung und in einer Computer-Fabrik oder einem Computer-Labor seien Spuren gefunden worden, sagte Regierungssprecher General-Major Rashid Qureshi am Freitag im pakistanischen Außenministerium.

Diejenigen, die möglicherweise Kontakt mit den Erregern gehabt hätten, bekämen Antibiotika. Vermutlich sei keiner ernsthaft erkrankt. Damit wurden erstmals Milzbrand-Erreger in Pakistan festgestellt, seit nach den Anschlägen am 11. September in den USA weltweit vor der Gefahr einer Verbreitung der Erreger gewarnt wird.

Es sei jedoch zu früh, um sagen zu können, ob die Fälle mit den Milzbrand-Erkrankungen in den USA in Verbindung stünden, sagte Qureshi. Zuvor hatte eine führende pakistanische Tageszeitung mitgeteilt, sie habe Post mit Spuren von Milzbrand-Erregern erhalten. Der Brief sei persönlich zugestellt worden und habe ein weißes Pulver enthalten, sagte der Chefredakteur der größten Urdu-sprachigen Zeitung, "Jang", in Karatschi.

Warnung vor Anschlag auf Golden Gate Bridge

Unterdessen warnte die US-Bundespolizei FBI vor möglichen Terroranschlägen auf Brücken in acht westlichen Staaten gewarnt. Die Bauwerke im Westen der USA, darunter die berühmte Golden Gate Bridge in San Francisco, wurden daraufhin am Freitag scharf bewacht. Die US-Küstenwache und die kalifornische Polizei seien in Alarmbereitschaft.

Dem FBI lägen bisher unbestätigte Hinweise vor, wonach zwischen dem 2. und 7. November sechs Anschläge auf Hängebrücken während der Hauptverkehrszeit geplant seien, berichtete die US-Bundespolizei. Zuvor hatte der kalifornische Gouverneur Gray Davis vier Brücken in dem Westküstenstaat als Ziele für mögliche Anschläge genannt. Betroffen könnten neben der Golden Gate Bridge und der Bay Bridge in San Francisco auch die Vincent Thomas Brücke in Los Angeles sowie die Coronado Brücke in San Diego sein. Es lägen "glaubwürdige Hinweise" vor, erklärte Davis. "Die beste Vorbereitung ist, die Terroristen wissen zu lassen, dass wir wissen, was sie planen und wir sind bereit", sagte Davis auf einer Pressekonferenz.

Über die Golden Gate Bridge in San Francisco fahren täglich rund 116.000 Autos. Nach den Anschlägen vom 11. September war das Wahrzeichen der Stadt wochenlang für Fußgänger und Radfahrer gesperrt. Die strikten Sicherheitsmaßnahmen wurden erst Anfang Oktober wieder gelockert. Nach Angaben des Gouverneurs sollen nun Angehörige der Nationalgarde auf der Brücke patrouillieren. Die Golden Gate Bridge ist mit einer Spannweite von 1280 Metern zwischen den Pfeilern eine der längsten Hängebrücken der Welt und verfügt über sechs Fahrbahnen.

Türkei lehnt Angriffspause wegen Ramadan ab

Die Türkei hat sich gegen einen Stopp der US-Angriffe auf Afghanistan während des islamischen Fastenmonats Ramadan ausgesprochen. Ein Sprecher des türkischen Präsidenten Ahmet Necdet Sezer sagte am Freitag in Ankara, der Ramadan sei eine "heikle Zeit", weil die meisten Türken Moslems seien. Terrorismus habe jedoch keinen Respekt vor "heiligen Werten, religiösen Feiertagen und Ramadan". Es gebe keinen Grund, den Kampf gegen Terrorismus wegen "Werten aufzugeben, die er nicht respektiert", fügte der Sprecher hinzu.

Die Türkei ist der einzige islamische Mitgliedsstaat der NATO und wichtiger Verbündeter der Vereinigten Staaten. Am Donnerstag hatte die türkische Regierung die Entsendung einer Eliteeinheit aus etwa 90 Soldaten zur Unterstützung des US-Einsatzes in Afghanistan bekannt gegeben.

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