Erster Hilfskonvoi seit türkischer Offensive in syrischer Region Afrin eingetroffen | Aktuell Welt | DW | 01.03.2018
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Syrien

Erster Hilfskonvoi seit türkischer Offensive in syrischer Region Afrin eingetroffen

Es war ein Konvoi des Internationalen Roten Kreuzes. 29 Lastwagen brachten insgesamt 430 Tonnen Hilfsgüter in das kurdisch kontrollierte Gebiet. Zeitgleich setzte die türkische Armee ihre Angriffe in der Region fort.

Blick auf die umkämpfte Stadt Afrin im syrisch-türkischen Grenzgebiet (Archivfoto vom 31.Januar: Getty Images/AFP/A. Shafie Bilal)

Blick auf die umkämpfte Stadt Afrin im syrisch-türkischen Grenzgebiet (Archivfoto vom 31.Januar)

Erstmals seit Beginn der türkischen Militäroffensive in Nordwestsyrien Ende Januar hat eine große Hilfslieferung die kurdisch kontrollierte Region Afrin erreicht. Die Lastwagen des Komitees des Internationalen Roten Kreuzes (IKRK) fuhren in Afrin ein und brachten Nahrung, medizinische Hilfsgüter und Wasseraufbereitungsanlagen, während die türkische Artillerie ein Gebiet in der Nähe beschoss. Die Fahrzeuge wurden jedoch nicht getroffen. Die Türkei setzt trotz einer am Wochenende vom UN-Sicherheitsrat geforderten Waffenruhe für ganz Syrien ihre Offensive gegen die kurdischen Kämpfer in Nordsyrien fort.

Acht türkische Soldaten getötet

Am Donnerstagabend meldete die türkische Armee schwere Verluste in den eigenen Reihen. Insgesamt seien acht Soldaten getötet und 13 weitere verletzt worden. Details nannte das Militär nicht. Damit wurden seit Beginn der Offensive in der Afrin-Region am 20. Januar nach offiziellen Angaben insgesamt 41 türkische Soldaten getötet. Die Militär-Operation richtet sich gegen die Miliz YPG, in der Ankara den syrischen Arm der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK sieht.

In Ost-Ghuta müssen die Menschen weiter warten

Derweil warten die Menschen in der belagerten Region Ost-Ghuta trotz täglicher Feuerpausen weiter auf dringend benötigte Lieferungen. In Ost-Ghuta war am Morgen den dritten Tag in Folge eine fünfstündige Waffenruhe in Kraft getreten. Während der Feuerpause gab es nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte vereinzelten Beschuss der syrischen Armee. Die staatliche russische Agentur Tass berichtete unter Berufung auf Journalisten vor Ort von Beschuss der Regierungstruppen durch Rebellen. Opfer gab es den Angaben zufolge während der Waffenruhe keine - vor ihrem Beginn seien allerdings neun Zivilisten durch Artilleriefeuer der Regierungstruppen getötet worden.

Seit Dienstag sollen täglich ab morgens die Waffen in der heftig umkämpften Region für fünf Stunden schweigen. Die von Russland verkündete Maßnahme ermöglichte bisher allerdings weder die angepeilten Hilfskonvois für Hunderttausende notleidender Menschen, noch konnten Zivilisten das Kampfgebiet verlassen. UN-Vertreter und Hilfsorganisationen halten das fünfstündige Zeitfenster für zu klein, um große Hilfslieferungen mit dringend benötigten medizinischen Produkten und Nahrungsmitteln in die Region zu bringen. UN-Vermittler Staffan de Mistura forderte statt der Kampfpausen erneut eine vollständige Waffenruhe.

Ambulanzwagen des syrischen Roten Halbmondes warten bislang vergeblich auf einen Einsatz in Ost-Ghuta (Foto: Imago/Xinhua/A. Safarjalani)

Ambulanzwagen des syrischen Roten Halbmondes warten bislang vergeblich auf einen Einsatz in Ost-Ghuta

Der UN-Hilfskoordinator für Syrien, Jan Egeland, zeigte sich dennoch hoffnungsvoll, "in einigen Tagen" erstmals Hilfsgüter nach Ost-Ghuta bringen zu können. Die Regierung habe eine entsprechende Genehmigung in Aussicht gestellt, sagte Egeland in Genf. 43 Lastwagen mit Hilfsgütern stünden bereit. Das seit 2013 belagerte Ost-Ghuta östlich von Damaskus hatte zuletzt eine der schlimmsten Angriffswellen der Regierung seit Beginn des fast siebenjährigen Bürgerkriegs erlebt. Nach Angaben von Menschenrechtlern wurden in den vergangenen zehn Tagen etwa 600 Zivilisten getötet.

sti/uh/se (rtr, afp, dpa)