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Aktuell Europa

Erster direkter Zug zwischen Frankfurt und Marseille

Das Mittelmeer rückt näher: In knapp acht Stunden können Bahnfahrer ab sofort von Frankfurt nach Marseille fahren. Die Deutsche Bahn und die französischen Bahn SNCF eröffneten die neue Hochgeschwindigkeitsverbindung.

Zwei Hochgeschwindigkeitszuege, links ein ICE der Deutschen Bahn und rechts ein franzoesischer TGV, erreichen den Bahnhof Gare de l'Est in Paris (Foto: dapd)

Auf der neuen Strecke fährt ein TGV (rechts im Bild)

Seine erste Fahrt auf der neuen Schnellfahrstrecke "Rhein-Rhône" machte der französische Doppelstockzug TGV Euroduplex am Freitag. Er soll Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 320 Stundenkilometer erreichen. Täglich pendelt von nun an zunächst ein Zugpaar zwischen der Hafenstadt am Mittelmeer und der Mainmetropole. Der doppelstöckige TGV fährt via Mannheim, Karlsruhe, Baden-Baden, Straßburg, Besançon, Lyon, Avignon und Aix-en-Provence.

Ab Straßburg rollt der Zug auf der neuen Hochgeschwindigkeitsverbindung TGV-Rhein-Rhône, die im Dezember in Betrieb genommen wurde. Dank dieser Trasse, die südlich vom Elsass ins Rhône-Tal führt, verkürzt sich die Fahrzeit zwischen Frankfurt am Main und Marseille um rund 90 Minuten.

Erfreuliche Nachfrage

Die Resonanz auf das neue Angebot sei gut, versichert ein Sprecher der Deutschen Bahn, die das Projekt gemeinsam mit der SNCF betreibt. Seit Beginn des Vorverkaufs am 24. Dezember seien in Deutschland gut 9000 Plätze reserviert worden.

"Mit Beginn der Ferien wird die Auslastung der Züge sicher stark ansteigen", kündigt der Bahn-Sprecher an. Zumal die Preise selbst gegenüber Billigfliegern günstig seien. Die billigste Fahrt Frankfurt-Marseille ist mit dem Angebot Europa-Spezial bei früher Buchung ab 39 Euro zu haben. Auch Rabatte mit der deutschen Bahncard gelten in dem TGV. Der reguläre Preis für ein Ticket kann allerdings bis auf 142 Euro klettern.

Touristen sind Hauptzielgruppe

Die Bahngesellschaften setzen mit diesem Angebot vor allem auf Touristen. Die Bahn wirbt daher gezielt mit Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke. Die SNCF wiederum wirbt mit einem angebissenen Lebkuchenherz und dem Slogan "Ich liebe Dich" für Deutschland als Reiseziel für Franzosen.

Beide Bahngesellschaften haben bereits Erfahrung mit der Kooperation: Seit fast fünf Jahren verkehren TGV-Züge zwischen Paris, Stuttgart und München. Die DB nutzt die im Juni 2007 fertiggestellte Hochgeschwindigkeitstrasse zwischen Paris und Ostfrankreich ebenfalls: Sie schickt deutsche ICE-Züge via Saarbrücken und Metz in die Seine-Metropole. Bisher haben laut Bahn rund sechs Millionen Reisende dieses Angebot genutzt.

Kle/gmf (afp, dpa, dapd)