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Neuer Ärger für VW im Abgasskandal

3. Juli 2016

Das Fischunternehmen Deutsche See plant als erster Großkunde eine millionenschwere Klage wegen "arglistiger Täuschung" gegen den Autobauer. Volkswagen habe Absprachen zu Nachhaltigkeitsprojekten nicht eingehalten.

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VW-Kühllaster der Firma Deutsche See (Foto: picture-alliance/dpa/)
Bild: picture-alliance/dpa/I. Wagner

In der Abgas-Affäre will nun ein erster Großkunde von Dienstwagen juristisch gegen Volkswagen vorgehen. Die Deutsche See aus Bremerhaven bereitet laut "Bild am Sonntag" eine Millionen-Klage wegen "arglistiger Täuschung" vor. "Wir fühlen uns aufs Übelste hintergangen", sagte der Geschäftsführer des auf dem deutschen Markt bei Fisch und Meeresfrüchten führenden Unternehmens, Egbert Miebach.

Medien: Klagesumme 36 Millionen Euro

Die Deutsche See und Volkswagen hatten 2010 eine Partnerschaft mit "ökologischer Nachhaltigkeit" geschlossen. Der Mittelständler wirft dem Autobauer jetzt vor, Absprachen für gemeinsame Nachhaltigkeitsprojekte nicht eingehalten zu haben. Die Vereinbarung habe unter anderem beinhaltet, zusammen Praxisbeispiele für umweltschonende Logistik auszuarbeiten. Die gemeinsam angedachte Partnerschaft sei nur von der Deutschen See eingehalten worden. Entsprechende Gespräche, dieses zu verändern, habe VW abgeblockt.

"Wir meinen es sehr ernst", sagte Miebach der Deutschen Presseagentur. Die Klage sei fertig. "Wir wollen jetzt unser Geld zurück." Die Anwälte seien auf rund 36 Millionen Euro gekommen, berichtet die "BamS".

Die Deutsche See ist VW-Großkunde und hatte vor rund sechs Jahren seinen rund 450 Wagen starken Fuhrpark für den Fischtransport komplett auf VW-Fahrzeuge umgestellt. Die geleasten Kleinlaster sollten besonders umweltverträglich und abgasarm sein, in vielen steckte aber offenbar manipulierte Diesel-Software.

Ein VW-Konzernsprecher sagte der dpa auf Anfrage: "Da uns eine solche Klage nicht vorliegt, können wir uns dazu auch nicht äußern."

Volkswagen hatte im September nach Ermittlungen in den USA eingeräumt, bei Umwelttests von Dieselfahrzeugen die Abgaswerte beschönigt zu haben. Die verbotene Software in den Wagen hatte bewirkt, dass bei den Tests ein niedrigerer Schadstoffausstoß gemessen wird, als er im Normalbetrieb entsteht.

VW hat weltweit Messdaten bei elf Millionen Fahrzeugen manipuliert. Alleine in Deutschland muss der Konzern 2,4 Millionen Diesel-Autos zurückrufen.

qu/sti (dpa, rtr, afp)