1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

Erster chinesischer Astronaut im All

China hat seinen ersten Astronauten ins Weltall geschickt. Mit dem ersten bemannten Raumflug wird China nach Russland und den USA die dritte Nation der Erde, die aus eigenen Kräften einen Menschen ins All schicken kann.

default

"Langer Marsch" auf dem Weg in den Weltraum

Die Rakete vom Typ "Langer Marsch 2F" mit dem Raumschiff "Shenzhou 5" (Magisches Schiff) startete erfolgreich vom Raumfahrtzentrum am Rande der Wüste Gobi in der nordwestchinesischen Provinz Gansu. "Das erste bemannte chinesische Raumfahrzeug, die 'Shenzhou 5', ist gestartet", meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua unmittelbar nach dem Start. Das staatliche Fernsehen zeigte 28 Minuten nach dem Launch erste Bilder davon in einer Aufzeichnung.

Die Trägerrakete hob um 09.00 Uhr Ortszeit (03.00 MESZ) am Mittwoch (15.10.2003) bei guten Wetterbedingungen mit dem ersten chinesischen Astronauten Yang Liwei in Richtung Orbit ab. Zehn Minuten später erreichte die Raumkapsel ihre vorgegebene Umlaufbahn. "Ich fühle mich gut und mein Zustand ist normal", berichtete der frühere Luftwaffenpilot laut Xinhua eine halbe Stunde nach dem Start.

Pilot der Volksbefreiungsarmee

Yang Liwei stammt aus dem Kreis Suizhong bei Huludao in der nordostchinesischen Provinz Liaoning. Der 38-Jährige ist verheiratet und hat einen Sohn. Mit 18 Jahren trat er in die Volksbefreiungsarmee ein und wurde Pilot. Mit 1350 Flugstunden im Cockpit wurde Yang Liwei 1998 unter 1500 Kandidaten für ein Team von 14 Astronauten für das 1992 begonnene bemannte Raumfahrtprogramm Chinas ausgewählt. Seither arbeitet er in der abgeriegelten "Weltraumstadt" westlich von Peking.

Der Start war der Höhepunkt von mehr als zehnjährigen Bemühungen Chinas, zur dritten Raumfahrernation der Welt zu werden. Details über die Startvorbereitungen wurden von den Behörden geheim gehalten; es wurde lediglich mitgeteilt, dass der Start zwischen Mittwoch und Freitag erfolgen sollte. Die Raumkapsel soll 14 mal die Erde umkreisen und dabei 20 Stunden im All bleiben, hieß es.

Zusammenarbeit mit Russland

Der Start der "Shenzhou 5" kam nach vier Testflügen unbemannter Kapseln, die eine Woche die Erde umkreisten und im nordchinesischen Grasland landeten. Eine Sprecherin des Außenministeriums versicherte, das eng mit dem Militär verknüpfte Raumfahrtprogramm diene friedlichen Zwecken. Die "Shenzhou" erinnert an die russischen "Sojus"-Kapseln. Mindestens zwei chinesische Astronauten wurden in Russland ausgebildet. Offiziell wird die technologische Eigenständigkeit betont; die "Shenzhou" wird als "Chinas selbstentwickeltes bemanntes Raumschiff" bezeichnet.

Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao verfolgte den Start vor Ort im Kontrollzentrum. Er sprach von einem "historischen Schritt" und einem Meilenstein auf dem Weg des chinesischen Volkes zur Weltspitze in Wissenschaft und Technik. Doch fiel auf, dass sein Vorgänger, der Vorsitzende der Militärkommission, Jiang Zemin, der als Oberkommandierender der Streitkräfte die oberste Verantwortung für Chinas Raumfahrtprogramm trägt, nicht wie erwartet vor Ort war. (mik)