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Kultur

Erste Vogelgrippe-Tote in Europa

Auch die Schwester des in der Türkei an der Vogelgrippe gestorbenen Jungen ist nun der Seuche zum Opfer gefallen. Test sollen klären, ob es wirklich der H5N1-Virus war.

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Das Mädchen sei am Morgen (5.1.) gestorben, sagte der Gouverneur der osttürkischen Provinz Van, Niyazi Tanilir, dem Nachrichtensender CNN Türk. Bei der Toten handelt es sich um die Schwester des zuvor an derselben Krankheit verstorbenen 14-jährigen Jungen.

Labortests sollten klären, ob beide mit dem Virus H5N1 oder einem anderen Vogelgrippe-Erreger infiziert waren. "Wir sind ziemlich sicher, dass es unglücklicherweise ein Fall von H5N1 beim Menschen ist", sagte WHO-Experte Guenael Rodier zum Tod des Jungen. Es seien aber noch weitere Tests nötig. Es wäre das erste Mal, dass die Krankheit außerhalb von Asien diagnostiziert wurde. Dort sind mehr als 70 Menschen dem H5N1-Virus zum Opfer gefallen.

Vogelgrippe, nicht Lungenentzündung

Zeitungsberichten zufolge soll das Mädchen ein Jahr älter gewesen sein. Die Geschwister waren in ein Krankenhaus in Van im Osten der Türkei eingeliefert worden. Der Junge verstarb am Sonntag (1.1.). Erst gestern Abend hatten die türkischen Behörden bestätigt, dass der Junge an der Vogelgrippe gestorben war. Zunächst war eine Lungenentzündung als Todesursache angegeben worden.

Vogelgrippe Türkei - Vogelfutterverkäuferin in Istanbul

Gefährdet? Vogelfutterverkäuferin an der Yeni Camil Moschee in Istanbul

Bei einem weiteren Mädchen derselben Familie bestehe ebenfalls Verdacht auf eine Vogelgrippe-Infektion, sagte der Arzt Ahmed Faik Oner, der die beiden verstorbenen Geschwister behandelt hatte. Der Zustand des Kindes sei ernst. Die Kinder hatten auf dem Bauernhof der Familie in der Ortschaft Dogubeyazit im Osten der Türkei mitgearbeitet und standen in engem Kontakt zu erkrankten Vögeln.

Wissenschaftler befürchten, dass der Vogelgrippen-Virus sich verändern könne und von Mensch zu Mensch übertragen werde, womit eine weltweite Erkrankungswelle drohe. Die Türkei liegt im Fluggebiet von Zugvögeln, die für die Verbreitung der Vogelgrippe verantwortlich gemacht werden. In den vergangenen drei Monaten hat das Land zwei Fälle des Ausbruchs der Krankheit bei Tieren bestätigt. Einem unbestätigten TV-Bericht zufolge sind am Donnerstag in einer anderen türkischen Provinz Verdachtsfälle von Vogelgrippe aufgetreten. Sechs Menschen seien mit Symptomen der Krankheit in ein Krankenhaus eingeliefert worden, berichtete der Sender.

Rumänien verstärkt Maßnahmen

Das ebenfalls von der Tierseuche betroffene Rumänien hat angesichts der Todesfälle die Vorsichtsmaßnahmen verstärkt. Landwirtschaftsminister Gheorghe Flutur ordnete am Donnerstagmorgen an, dass die Impfkampagnen gegen menschliche Grippe auf den westlich von Bukarest gelegenen Teil der rumänischen Tiefebene ausgeweitet werden, wo bisher noch keine Vogelgrippe nachgewiesen wurde. Zudem habe man von der türkischen Botschaft in Bukarest Informationen über den Verlauf der Krankheit bei den Patienten in der Türkei angefordert, sagte der Minister.

Rumänische Gesundheitsbehörden kämpfen mit Vogelgrippe

Rumänische Gesundheitsbehörden kämpfen gegen die Vogelgrippe

Seit Ausbruch der Vogelgrippe in Rumänien im Oktober 2005 werden die Menschen in den betroffenen Regionen gegen menschliche Grippe geimpft. Das soll verhindern, dass sich jemand gleichzeitig mit Vogelgrippe und menschlicher Influenza ansteckt, wodurch ein gefährliches Mischvirus entstehen könnte, das eine Pandemie auslösen könnte. Die Tierseuche hatte sich in Rumänien seit ihrem Ausbruch im Donaudelta an der östlichen Landesgrenze um etwa 200 Kilometer Richtung Westen ausgebreitet.

Erst am Mittwoch waren am östlichen Karpaten-Knie weitere sieben H5N1-Herde bestätigt worden. Das EU-Referenzlabor im britischen Weybridge untersucht derzeit Proben aus weiteren drei mutmaßlich betroffenen Dörfern. Insgesamt waren seit Oktober 23 rumänische Orte von H5N1 betroffen. Von diesen Infektionsherden wurden inzwischen vier für beseitigt erklärt. (sams)

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