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Politik & Gesellschaft

Erste Sprossenproben sind EHEC-frei

Sind Sprossen aus Niedersachsen verantwortlich für die EHEC-Epidemie in Deutschland? Erste Proben aus einem Gemüsehof haben diesen Verdacht nicht erhärtet. Landwirte hoffen jetzt auf Entschädigungen aus der EU.

Sprossen (Foto: dpa)

Als EHEC-Verursacher (noch) nicht überführt

Alles wieder auf Anfang? Als Ende der vergangenen Woche Sprossen als mögliche Verursacher für die Infektionen des gefährlichen Darm-Bakteriums EHEC ins Visier kamen, wuchs die Hoffnung, die Ausbreitung der Epidemie nun besser in den Griff zu bekommen. Doch nachdem 23 der 40 Proben aus einem Gemüsehof aus dem niedersächsischen Landkreis Uelzen untersucht wurden, gab das Landesinnenministerium am Montag (06.06.2011) bekannt, dass die bisherigen Laborergebnisse negativ seien. Die übrigen 17 Proben würden weiter untersucht.

Probe auf Petrischale (Foto: dpa)

Noch 17 Proben müssen untersucht werden

"Aufgrund der bisherigen Erfahrungen bei der Untersuchung eines Teils der Proben – insbesondere des Saatguts – gehen wir davon aus, dass intensive Anstrengungen unternommen werden müssen, um den vermuteten Erreger zweifelsfrei nachweisen zu können", hieß es aus dem Ministerium. Die Suche gestalte sich schwierig, weil seit dem Ausbruch der Epidemie schon mehrere Wochen vergangen seien. Die Sprossen aus dem Gemüsehof aus dem Landkreis Uelzen waren nach einer Überprüfung der Lieferwege in Verdacht geraten, möglicherweise Ursprung der Darminfektion zu sein.

Weniger Neuerkrankungen

Der Anstieg der Neuinfektionen ist in den letzten Tagen etwas geringer geworden. Die neuen Erkrankungszahlen gäben zu der Erwartung Anlass, dass sich die Situation etwas entspannt habe, sagte die Gesundheitssenatorin des am stärksten betroffenen Bundeslandes Hamburg, Cornelia Prüfer-Storcks. Bundesweit sind laut dem Robert-Koch-Institut rund 1600 Verdachtsfälle bekannt. 600 Personen litten unter einer lebensgefährlichen Komplikation, dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS). 22 Menschen sind bislang an der Infektion durch den EHEC-Erreger gestorben.

Auch andere Gemüsesorten bleiben verdächtig

Schüssel mit Salat, Gurken und Tomaten (Foto: dpa)

Dieser Salat sollte vorerst nicht auf den Tisch kommen

Auch wenn sich die Suche nach dem EHEC-Keim derzeit überwiegend auf Sprossen konzentriert, bleiben auch andere Gemüse weiter im Fokus der Behörden. Derzeit sei kein Nachweis erbracht, dass es sich bei Sprossen um die einzig wahrscheinliche Quelle für Erkrankungen durch EHEC handele, sagte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner. Ihr Haus, das Robert-Koch-Institut und das Bundesinstitut für Risikobewertung warnen daher weiter davor, rohe Gurken, Tomaten und Salat zu verzehren.

EU prüft staatliche Beihilfen

Traktor beim Pflügen (Foto: dpa)

Bauern hoffen auf Entschädigung

In der Europäischen Union gibt es derzeit Überlegungen, den betroffenen Gemüseproduzenten finanziell unter die Arme zu greifen. Agrarkommissar Dacian Ciolos will auf einem Sondertreffen der EU-Landwirtschaftsminister am Dienstag entsprechende Vorschläge machen. Insbesondere werde geprüft, staatliche Beihilfen der Mitgliedsstaaten zu erleichtern, um Ausfälle zu kompensieren, sagte ein Kommissionssprecher. Nach dem Bekanntwerden der EHEC-Infektionen standen zunächst spanische Gurkenproduzenten im Verdacht. Russland hatte sogar ein Importverbot für Gemüse aus der EU verhängt.

Nach Schätzungen des Deutschen Bauernverbandes dürften die Landwirte bislang 50 Millionen Euro an Einnahmen verloren haben. Vor allem die Zurückhaltung beim Kauf von Salaten, Gurken und Tomaten bringe den Bauern schwere Einbußen, so ein Verbandssprecher.

Autorin: Sabine Faber (dpa, afp, dapd)

Redaktion: Ulrike Quast

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