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Aktuell Europa

Erste Opfer des MH-17-Absturzes in die Niederlande gebracht

Sechs Tage nach der Flugzeugkatastrophe in der Ukraine durften die Niederländer erste Leichname der Opfer in die Heimat zurückbringen. Nach US-Angaben wurde die Boeing von den Separatisten wohl aus Versehen abgeschossen.

Die ersten Opfer des Flugzeugabsturzes in der Ostukraine sind aus der Stadt Charkiw in die Niederlande geholt worden. Eine niederländische Herkules-Transportmaschine landete am Mittwoch in Eindhoven. Kurz darauf folgte ein australisches Flugzeug. Sie überführten damit zunächst insgesamt 40 Leichname in Holzsärgen.

Im ganzen Land wehen die Fahnen auf halbmast, die Regierung hat einen Tag der nationalen Trauer ausgerufen, den ersten Volkstrauertag seit mehr als 50 Jahren. Bei der Ankunft waren auch König Willem-Alexander, Königin Máxima und Ministerpräsident Mark Rutte anwesend. Angehörige der 193 niederländischen Toten und Vertreter der übrigen Herkunftsstaaten der Opfer hatten auf die Militärtransporter gewartet.

Die sterblichen Überreste der niederländischen Passagiere sollen nach und nach in die Heimat gebracht werden. Die Identifizierung der Opfer könnte Monate dauern.

Bei dem Absturz der malaysischen Passagiermaschine MH17 am vergangenen Donnerstag waren Menschen aus zehn Ländern getötet worden, darunter vier Frauen aus Deutschland. Die Suche nach der Ursache der Katastrophe ging an mehreren Orten weiter. Die Flugschreiber der zerstörten Boeing 777-200 der Malaysia Airlines wurden zur Untersuchung nach Farnborough in Südengland gebracht, wie das britische Transportministerium bestätigte.

Prorussische Separatisten in der Ostukraine hatten die Geräte geborgen. Sie übergaben sie an eine Delegation aus Malaysia und diese reichte sie an Vertreter der Niederlande weiter, die offiziell die internationale Untersuchung des Absturzes leiten. Der nationale Sicherheitsrat in Den Haag beklagte, aus Sicherheitsgründen hätten seine Experten noch keinen Zugang zur Absturzstelle.

In der Ukraine überprüfte der Geheimdienst SBU den Funkverkehr zwischen den Flutlotsen am Boden und den MH17-Piloten. Die Maschine wurde mutmaßlich über dem Kampfgebiet der Ostukraine abgeschossen.

Der US-Geheimdienst hat nach Regierungsangaben bislang keine Beweise für eine direkte Beteiligung Russlands daran. Laut bisherigen Erkenntnissen sei die Boeing der Malaysia Airlines von den Separatisten mit einer Boden-Luft-Rakete vom Typ SA-11 getroffen worden, sagten US-Geheimdienstler. Die Aufständischen hätten aber wahrscheinlich nicht beabsichtigt, die in 10. 000 Meter Höhe fliegende Zivilmaschine abzuschießen.

Die Absturzopfer waren am Dienstag in einem Sonderzug aus dem Rebellengebiet in die Stadt Charkiw gebracht worden, die von der ukrainischen Regierung kontrolliert wird. Unklarheit herrschte jedoch darüber, wie viele Leichen in den Kühlwaggons waren. Nach niederländischen Angaben könnten sich darin lediglich die Überreste von 200 Opfern befunden haben.

SC/gmf (dpa, rtre, afp)