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Wirtschaft

Erste Milliardendeals in Le Bourget

Die Luftfahrtschau in Le Bourget ist auch in diesem Jahr wieder vor allem ein Schauplatz des Duells der Flugzeug-Riesen Airbus und Boeing. Gleich zu Beginn konnten beide Unternehmen große Aufträge einheimsen.

Bilder zum Artikel MBA Aviation Management. #40279710 - Passenger airplane landing on runway in airport. Evening© Vitas

Illustration Luftfahrt Management

Es ist das Jahr der großen Flieger: Auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget feiern die voluminösen Modelle von Airbus und Boeing nach längerer Durststrecke überraschende Markterfolge. So trumpfte der deutsche Transportfinanzierer Doric Asset Finance gleich am Montag (17.06.2013) mit einer Bestellung von 20 Riesenfliegern des Typs A380 auf. Die Order hat einen Listenpreis von acht Milliarden Dollar. Doric-Kunden zeigten zunehmend Interesse an dem Großraumjet, sagte Vorstandschef Mark Lapidus. "Wir sehen, dass Airlines ohne A380 häufiger bei uns mit Fragen zu der Maschine auftauchen. Das zeigt, dass es wachsende Nachfrage dafür gibt", sagte er.

Airbus, das zuletzt mit einer schwachen Auftragslage für den A380 zu kämpfen hat, kommt der Auftrag gerade recht. Vertriebschef John Leahy bekräftigte sein Ziel, 25 Stück in sein Orderbuch im laufenden Jahr aufzunehmen. Bislang hatte sich der A380 trotz seiner spektakulären Ausmaße eher als Ladenhüter erwiesen. Er gilt als stark standardisiert, Änderungen sind teuer. In diesem Jahr hat Airbus bisher noch keine Maschine des Modells verkauft, das in der Vergangenheit auch mit Rissen an den Tragflächen zu kämpfen hatte.

Der neue Airbus A 350 kurz vor dem Start Quelle: Airbus S.A.S. Photo by e*m company

Hat gerade den Jungfernflug absolviert: A 350

Die neueste Airbus-Entwicklung, der Langstreckenjet A350, soll nach dem Willen der Verantwortlichen am Freitag am Himmel über Le Bourget zu sehen sein. Es werde an einem Paradeflug für Frankreichs Präsident Francois Hollande gearbeitet, erklärte Airbus. Der Auftritt wäre erst der dritte Start des Prototypen nach dem Jungfernflug am vergangenen Freitag.

Kunden wollen größere 787

Die GE-Leasingtochter GECAS stützte unterdessen die heimische Boeing. Sie werde zehn Maschinen der vergrößerten Dreamliner-Variante abnehmen, falls sich Boeing zum Bau entschließe, erklärte das Unternehmen. Zu den Unterstützern der Kreisen zufolge geplanten 787-10X gehören auch Singapore Airlines, British Airways, United Airlines und der Verleiher Air Leas. Es wird erwartet, dass Boeing am Dienstag bestätigt, die verlängerte Version zu bauen, wenn es Zusagen im Wert von 30 Milliarden Dollar beisammen hat. Mit rund 100 Erstbestellungen rechnen die Amerikaner. Vor allem in Asien gibt es einen großen Bedarf für sitzplatzreiche Flugzeuge mit mittlerer Reichweite.

An Ethiopian Airlines' 787 Dreamliner prepares for departure (Foto: Reuters)

Boeing 787: Den Dreamliner hätten viele gern in einer Langversion

Trotz der Auftragsflut, die in den ersten drei Stunden der Messe Bestellungen für mehr als 30 Milliarden Dollar in die Auftragsbücher der Hersteller spülte, werden in dem Vorort von Paris dieses Jahr weniger Orders erwartet als das letzte Mal vor zwei Jahren. "Es dreht sich eher mehr um Großraumflugzeuge", sagte GECAS-Chef Norman Liu. Boeing veranschlagt den Markt für Modelle wie die seines Dreamliners auf eine Billion Dollar in den nächsten 20 Jahren. Airbus erwartet durch die zunehmende Verstädterung und die knappen Kapazitäten der Flughäfen einen Trend zu Jets mit mehr als 200 Sitzplätzen.

Lufthansa bestellt Spritsparer

Im Geschäft mit den kleineren Modellen setzen sich in Le Bourget unterdessen die spritsparenden Varianten der Anbieter immer stärker durch. Die Lufthansa bestellte bei Airbus 100 Maschinen vom Typ A320, davon 70 der weniger spritdurstigen Neo-Variante, wie das Unternehmen mitteilte. Der Listenpreis der Flugzeuge beträgt 10,4 Milliarden Dollar. Auch das Leasingunternehmen ILFC gab 100 Airbus A320neo im Nominalwert von fünf Milliarden Dollar in Auftrag. Die britische TUI Travel will 60 Maschinen vom Boeing-Pendant 737MAX haben und vereinbarte eine Option auf 90 weitere. Die japanische SkyMark Airlines bestellte vier.

Weniger Anbieter von Kampfflugzeugen

In Zeiten klammer Staatskassen machen sich die Anbieter von Kampfjets in diesem Jahr auf dem Messegelände rarer. Die US-Regierung verzichtete auf den üblichen Auftritt ihres F-16-Jets. Der amerikanische Hersteller Lockheed Martin brachte nicht einmal ein Modell des F-35 mit. Der Kampfflieger ist das aktuell teuerste Entwicklungsprojekt des Pentagon, das Washington vor allem wegen der explodierenden Kosten Kopfzerbrechen bereitet. So wird vor allem die Show der russischen Militärmodelle beachtet werden, die traditionell mit spektakulären Flugmanövern für Aufsehen sorgen.

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