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Fokus Osteuropa

Erste Kontaktaufnahme vor Kosovo-Verhandlungen

Anfang der Woche hat der UN-Sondergesandte für die Verhandlungen über den künftigen Kosovo-Status mit einem Besuch in Pristina seine Pendeldiplomatie begonnen. Die ersten Gespräche dienten zunächst der Kontaktaufnahme.

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Quo vadis Kosovo?

Der UN-Sondergesandte für die Kosovo-Statusverhandlungen, Martti Ahtisaari, war am Montag (21.11.) mit seinem Team zu seinem ersten Besuch in Pristina eingetroffen. In drei Tagen seines Aufenthalts traf er sich mit Vertretern der UNMIK und der KFOR, dem kosovarischen Verhandlungsteam sowie Vertretern der Kosovo-Serben und der übrigen Minderheiten. Außerdem besuchte er das Kloster Visoki Decani, wo er mit Vertretern der serbisch-orthodoxen Kirche sprach. Mit einer Pressekonferenz schloss Ahtisaari seinen Besuch in Pristina ab.

Der ehemalige finnische Präsident erklärte in seinen Gesprächen, er werde bei seiner Arbeit den Prinzipien der Kontaktgruppe für die Lösung des Kosovo-Status folgen. Diese beinhalten, dass keine Rückkehr zur Lage vor 1999 möglich sei und eine Teilung oder Vereinigung des Kosovo mit einem anderen Staat nicht in Frage komme. "Die Leitprinzipien, die die Kontaktgruppe und der UN-Sicherheitsrat veröffentlicht haben, sind ein wichtiger Rahmen für meine Arbeit und die meines Stellvertreters Albert Rohan", sagte Ahtisaari. Der UN-Sondergesandte weigerte sich, Spekulationen über einen möglichen Ausgang oder über die Dauer der Statusverhandlungen anzustellen.

Lösungsvorschläge eingefordert

"Es ist auch wichtig, zu betonen, dass die Dauer des Prozesses von den Verhandlungsparteien abhängt. Wir haben von allen verlangt, in einem Dokument ihre Standpunkte und Lösungsvorschläge für den künftigen Status des Kosovo darzulegen. Doch es ist letztendlich Aufgabe des Sicherheitsrats, über den Status zu entscheiden", so Ahtisaari. Wie der UN-Vermittler betonte, sei man sich unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen darüber einig, dass die internationale Gemeinschaft noch einige Zeit im Kosovo bleiben müsse. Ahtisaari appellierte an alle Verhandlungsparteien, während der Verhandlungen auf eine stabile Lage hinzuwirken. Er erinnerte an die Forderung der Kontaktgruppe, von Gewalt abzusehen.

Das von Ahtisaari geleitete Verhandlungsteam wird sein ständiges Büro in Wien einrichten, wo ebenfalls Verbindungsbüros der USA, der EU und Russlands eröffnet werden. Ahtisaari zufolge wird er selbst sich häufig in Pristina aufhalten, weil es ihm sehr wichtig sei, Kontakt mit der kosovarischen Führung herzustellen.

Ahtisaaris Stellvertreter Rohan unterstrich, von welch großer Bedeutung die Umsetzung der demokratischen Standards sei. Ferner würden der Schutz der ethnischen Gemeinschaften und die Rückkehr der Binnenflüchtlinge zu einer der Hauptsorgen jeder Lösung für die Zukunft des Kosovo gehören.

Ahtisaari und sein Team werden von Pristina aus ihre Reise fortsetzen: Sie reisen zunächst nach Belgrad und danach nach Podgorica, Skopje und Tirana.

Zulfija Jakupi, Pristina
DW-RADIO/Serbisch, 23.11.2005, Fokus Ost-Südost

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