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Nahost

Erste Gruppe gestrandeter Gaza-Palästinenser kehrt heim

Nach der Einigung zwischen Israel und Ägypten haben die ersten der 6000 Palästinenser, die seit mehr als sechs Wochen an der Grenze zwischen Ägypten und dem Gazastreifen festsitzen, die Heimreise über Israel angetreten.

Menschentraube um einen Bus, Quelle: AP

Palästinenser vor der Heimkehr aus Ägypten in den Gazastreifen

Palästinensische Kinder zwischen gepackten Koffern, Quelle: AP

Die Palästinenser sitzen auf gepackten Koffern

98 Palästinenser, die dafür die israelische Bewilligung erhalten hatten, stiegen in Busse, die sie über israelisches Staatsgebiet zum Grenzübergang Erez am nördlichen Gazastreifen bringen sollten, berichtete das Internet-Portal "ynetnews" am Sonntag (29.7.). Insgesamt sollen in den kommenden Tagen mehrere Hundert Gaza-Bewohner auf diese Weise in den von der Hamas kontrollierten Gazastreifen zurückkehren können, verlautete aus palästinensischen Kreisen.

Zuvor hatten militante Palästinenser des islamischen Dschihad am Sonntag erneut grenznahe israelische israelische Städte mit Raketen beschossen. Nach Angaben von Beobachtern wollten sie damit möglicherweise die sich abzeichnende Lösung für die gestrandeten palästinensischen Reisenden sabotieren. - Israelische Soldaten erschossen zwei Palästinenser an der Grenze zum Gazastreifen. Es habe sich um Extremisten gehandelt, die einen Sprengsatz in der Nähe des Grenzzauns deponieren wollten, sagte eine israelische Militärsprecherin am Samstag. Die Soldaten hätten daraufhin das Feuer auf die Palästinenser eröffnet.

Hamas lehnt Rückreise ab

Soldaten und Zivilisten vor einem Bus, Quelle: dpa

Warten auf die Abfertigung

Die Palästinenser sitzen im ägyptischen Grenzgebiet auf dem Sinai fest, weil die ägyptischen Behörden nach der Machtübernahme durch die radikal-islamische Hamas im Gazastreifen am 14. Juni den Grenzübergang Rafah zwischen Ägypten und dem Mittelmeer-Küstenstreifen geschlossen hatten. Die Hamas lehnte die am Samstag angekündigte Rückführung der Gestrandeten über israelisches Gebiet ab. "Unsere Leute werden dadurch der israelischen Gefahr ausgesetzt", erklärte ihr Sprecher Sami Abu Suhri in Gaza.

Tatsächlich steht der Transit über israelisches Staatsgebiet einer großen Zahl von Gaza-Palästinensern nicht offen. Zum einen bestimmen die israelischen Sicherheitsorgane nach ihren eigenen Kriterien, wer überhaupt daran teilnehmen darf. Zum anderen würden mehr oder weniger erklärte Hamas-Anhänger allein schon wegen des Risikos, von Israel festgenommen und ins Gefängnis geworfen zu werden, nicht auf eine derartige Reisemöglichkeit eingehen, hieß es in Gaza.

Verhandlungen um entführte israelische Sodlaten

Die radikal-islamische Hisbollah im Libanon will indes die beiden vor mehr als einem Jahr verschleppten israelischen Soldaten nur im Tausch gegen in Israel inhaftierte Anhänger freilassen. Ohne "indirekte Verhandlungen" zur Sicherung eines solchen Austausches werde es keine Freilassung der Soldaten geben, sagte Hisbollah-Chef Scheich Hassan Nasrallah am Samstagabend in einer Grußbotschaft an rund 2000 Anhänger im südlibanesischen Bint Dschbeil. Derzeit sollen sich sechs Libanesen in israelischer Haft befinden.

Kämpfer der schiitischen Hisbollah hatten die zwei israelischen Soldaten am 12. Juli vergangenen Jahres in den Libanon verschleppt. Israel war daraufhin in Teile des Südlibanons einmarschiert. Während des 33 Tage dauernden Krieges wurden auch Ziele in den schiitischen Stadtteilen Beiruts sowie die gesamte Infrastruktur des Landes bombardiert und weitgehend zerstört. Die Hisbollah beschoss ihrerseits den Norden Israels mit Raketen. (je)

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