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Kultur

Erste Goldene Muschel für deutschen Film

Zum ersten Mal seit 51 Jahren ist beim Internationalen Filmfestival in San Sebastian ein deutscher Film als bester Beitrag geehrt worden: Das Drama "Schussangst" erhielt die "Goldene Muschel". Gedreht hat es der aus Georgien stammende Regisseur Dito Tsintsadze. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Dirk Kurbjuweit und erzählt vom Kriegsdienstverweigerer Lukas, dessen Leben völlig aus den Fugen gerät: Er verliebt sich in die geheimnisvolle Isabelle und wird zum Gewalttäter. Die Hauptdarsteller sind Fabian Hinrichs und Lavinia Wilson.

Vorab galt "Schussangst" nicht als Favorit - der Film ist eine Gratwanderung zwischen Surrealismus und Humor. Die Auszeichnung des Beitrags wurde von Journalisten und Kritiker mit Pfiffen und Buh-Rufen quittiert. Der 46-jährige Tsintsadze verteidigte seine Low-Budget-Produktion: "Das Leben ist widersprüchlich, und das Kino sollte ein Spiegelbild dessen sein."

Die "Silberne Muschel" für die beste Regie ging an den Koreaner Bong Joon-Ho für "Memories of Murder", die wahre Geschichte eines Serienmörders. Als beste Darsteller wurden Luis Tosar und Laia Marull für ihre Rollen in dem spanischen Sozialdrama "Te doy mis ojos" (Ich gebe Dir meine Augen) von Icíar Bollaín ausgezeichnet. Den Sonderpreis bekam der US-Streifen "The Station Agent" von Tom McCarty, für das beste Drehbuch wurde "Inheritance" von Per Fly geehrt. Isabelle Huppert, Sean Penn und Robert Duvall erhielten für ihr Lebenswerk den Donostia-Preis.