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Wirtschaft

Erste Gespräche über Stellenabbau bei Opel

Der kanadisch-österreichische Automobilzulieferer Magna hat einem Zeitungsbericht zufolge inzwischen genaue Pläne für den Stellenabbau in Deutschland. Bochum ist demnach am stärksten betroffen.

Plakate mit den Schriftzügen von Opel und Magna vor dem Opel-Werk in Bochum (Foto: AP)

Im Opel Werk Bochum sollen 2045 Jobs wegfallen

Zu ersten Gesprächen über den geplanten Personalabbau kommen Arbeitsdirektoren und Betriebsräte von Magna und Opel nach Informationen der "Welt am Sonntag" am Montag (21.09.09) in Rüsselsheim zusammen. An den Verhandlungen nähmen die Mitglieder des Steuerungskomitees des europäischen Betriebsrats von Opel/Vauxhall sowie die Arbeitsdirektoren und die Produktionsbereichsleiter von Magna und Opel teil, berichtete das Blatt.

Europaweit sollen rund 10.500 Stellen wegfallen, davon 4500 bei Opel in Deutschland. Allein am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim sollen 1817 Arbeitsplätze gestrichen werden, berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf ranghohe Verhandlungskreise. 1100 Stellen davon entfielen auf die Verwaltung, der Rest auf die Produktion.

Einenkel warnt vor Missbrauch von Staatsgeldern

Unter den deutschen Werken ist dem Bericht zufolge Bochum am stärksten betroffen. Dort sei der Abbau von 2045 Stellen geplant. Das Werk Eisenach bleibe von Stellenstreichungen verschont, da Produktionskapazitäten aus dem spanischen Saragossa nach Thüringen verlagert werden sollen.

Der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel (Foto: dpa)

Einenkel warnt vor Missbrauch von Staatsgeldern

Der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel warnte davor, dass Staatsgelder zu Job-Verlagerungen missbraucht werden könnten. Im "Fokus" kritisierte Einenkel die Pläne des künftigen Hauptanteilseigners Magna, das Opel-Getriebewerk in Bochum zu schließen und die Fertigung nach Österreich zu verlagern. "Das ginge nur über Abfindungen, da Magna keine betriebsbedingten Kündigungen vornehmen will", sagte der Betriebsratschef. Die Mittel für solche Abfindungen würden aber aus dem Überbrückungskredit des Bundes stammen, also werde "Staatsgeld für Job-Verlagerungen missbraucht", so Einkenkel.

Tausende demonstrieren in Spanien

In Saragossa in Spanien protestierten am Samstag unterdessen mehr als 15.000 Menschen gegen die geplante Opel-Übernahme, darunter auch Vertreter der Regierung der Region Aragonien. An der Spitze des Demonstrationszugs marschierten tausende Arbeiter aus dem Opel-Werk Figueruelas bei Saragossa, in dem 7000 Menschen arbeiten.

Zu der Demonstration aufgerufen hatte der spanische Opel-Betriebsrat. Die Gewerkschaften in Spanien hatten einen Verkauf von Opel an den belgischen Finanzinvestor RHJI befürwortet, weil dessen Pläne weniger Stellenstreichungen in ihrem Land vorsahen. Die spanische Regierung hatte im Streit um die Opel-Rettung die Bundesregierung scharf kritisiert und eine genaue Prüfung der deutschen Hilfen durch die EU-Kommission gefordert.

Sberbank rechnet mit Opel-Technologie für Russland

Die Logos von Magna und Opel (Fotomontage: DW)

Magna präzisiert offenbar Pläne für Jobabbau

Der russische Magna-Partner, die staatliche Sberbank, will bei der geplanten Opel-Übernahme Zugriff auf die Technologie des Rüsselsheimer Autobauers haben. Das sei ein untrennbarer Bestandteil des Geschäfts, ohne diesen wäre die Übernahmevereinbarung "reine Zeitverschwendung", sagte Sberbank-Chef German Gref der Nachrichtenagentur Interfax. Die bisherige Opel-Mutter General Motors (GM) steht einem Technologietransfer nach Russland Presseberichten zufolge skeptisch gegenüber. Der kanadisch-österreichische Automobilzulieferer Magna und die russische Sberbank als Magnas Hauptpartner wollen 55 Prozent an Opel erwerben.

Daimler-Chef Dieter Zetsche äußerte sich am Sonntag im "Deutschlandfunk" zuversichtlich, dass Magna künftig seine Aktivitäten als Autozulieferer und sein Engagement beim Hersteller Opel zu trennen wisse. Er vertraue dabei auf die Zusagen von Magna, "dass dieses zwei Tätigkeiten sind", sagte Zetsche. Spitzenmanager anderer Autobauer hatten zu diesem Punkt in den vergangenen Tagen Bedenken geäußert. (kis/mas/dpa/afp/ap)

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