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Europa

Erste Flugzeuge können wieder fliegen

Nach fünf Tagen wird das Flugverbot im europäischen Luftraum gelockert. Auch in Deutschland können wieder Flugzeuge starten, das allgemeine Flugverbot bleibt aber wegen der Gefahr durch Vulkanasche vorerst bestehen.

Flugzeug (Foto: AP)

Der Himmel über Europa wird schrittweise wieder für den Luftverkehr geöffnet. Seit Dienstagmorgen (20.04.2010) 8 Uhr dürfen wieder regulär Flugzeuge starten und landen. Darauf verständigten sich die EU-Verkehrminister am Montagabend. "Ab 8 Uhr werden wir wieder mehr Flugzeuge am Himmel sehen", verkündete Verkehrskommissar Siim Kallas. Wegen einer Vulkanasche-Wolke aus Island galt seit fünf Tagen in weiten Teilen Europas ein Flugverbot.

In Frankfurt, München und Berlin rollten am Dienstagmorgen wieder erste Maschinen über die Start- und Landebahnen. Die Deutsche Flugsicherung hatte den Luftraum bis 14 Uhr geschlossen, Flüge zu Sonderkonditionen aber erlaubt.

40 Prozent eines normalen Flugtages

Verkehrskommissar Siim Kallas (Foto: AP)

Verkehrskommissar Siim Kallas verkündete eine Freigabe in bestimmten Zonen

Auf dem größten deutschen Airport in Frankfurt am Main waren am Montag jeweils rund 25 Maschinen gestartet und gelandet. Am Dienstag sollten es nach Angaben eines Sprechers deutlich mehr werden. Die Lufthansa plant für den Tag rund 140 Flüge. In München will die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin ihr reguläres Programm wieder aufnehmen. Auch die Lufthansa wolle sich rasch ihrem Normalprogramm nähern, sagte Flughafen-Sprecher Peter Prümm. "Wenn alles wie geplant läuft, werden wir heute 457 Flüge abwickeln." Das seien etwa 40 Prozent eines normalen Flugtages. Angesteuert würden deutsche Städte, aber auch weiter entfernte Ziele wie Peking, Phuket oder Kairo.

Auf dem Berliner Flughafen Tegel hob kurz nach 6 Uhr der erste Flieger in Richtung Palma de Mallorca ab. Ebenso wie in den anderen Städten, darunter auch Düsseldorf, Stuttgart und Hamburg, waren auch auf den beiden Flughäfen der Hauptstadt bereits am Montagabend die ersten Flugzeuge gestartet und gelandet. Trotz der Ausnahmeregelungen werden aber weiterhin Flüge ausfallen.

Kritik an deutschem Flugverbot

Unterdessen wächst der Druck auf Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Politiker aus den Regierungsfraktionen kritisierten das Flugverbot. Der CDU-Obmann im Wirtschaftsausschuss, Andreas Lämmel, warnte in der "Bild"-Zeitung (Dienstagausgabe) vor "immensen wirtschaftlichen Schäden vor allem im Tourismus". Die deutschen Behörden dürften sich deshalb nicht allein auf Messungen berufen, die "höchst umstritten" seien. Der Verkehrsminister habe "zu starr ausschließlich die Sicherheit im Blick", kritisierte der FDP-Verkehrsexperte Horst Friedrich in "Bild".

Genauere Messdaten

Forschungsflugzeugs vom Typ Dassault Falcon 20E (Foto: dpa)

Das Forschungsflugzeugs vom Typ Dassault Falcon 20E

Im bayerischen Oberpfaffenhofen ist am Montagabend das Mess-Flugzeug Falcon von seinem dreistündigen Testflug zurückgekehrt. Die Messsysteme an Bord hätten Aschewolkenstrukturen nachweisen können, teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit. Auch sei während des Fluges zeitweise eine bräunliche Wolkenfärbung zu erkennen gewesen. Die deutschen Fluggesellschaften hatten das allgemeine Flugverbot vor allem deshalb kritisiert, weil keine konkreten Messdaten aus der Luft vorgelegen hatten.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertages (DIHK) schätzt, dass das Flugverbot bei der Industrie täglich zu Umsatzeinbußen in Höhe von einer Milliarde Euro führte. Führende deutsche Fluggesellschaften und Reisekonzerne hätten deswegen bereits inoffiziell die Bundesregierung um Hilfe gebeten, berichtete die Tageszeitung "Die Welt" (Dienstagsausgabe). Einen offiziellen Antrag gebe es aber noch nicht. Während Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) Hilfen nicht grundsätzlich ausschloss, wies Verkehrsminister Ramsauer entsprechende Forderungen zurück: "Ich wehre mich gegen jeden Ruf an den Staat", sagte er im "Deutschlandfunk".

Vulkan brodelt weiter

Eyjafjallajokull (Foto: dpa)

Der Eyjafjallajokull brodelt weiter

Die britische Flugsicherung sieht keinen Grund zur Entwarnung. Die Eruptionen des isländischen Vulkans Eyjafjallajokull seien im Gegenteil wieder stärker geworden, warnte die Flugsicherung am Montagabend. Nun breite sich eine Aschewolke nach Süden und Osten in Richtung Großbritannien aus. Die Behörde hielt aber trotzdem an ihrem Plan fest, die Beschränkungen des Flugverkehrs teilweise wieder aufzuheben.

Zuvor hatten Geologen aus Island gemeldet, sie hätten erstmals seit dem Ausbruch des Vulkans Lava gesichtet. Das könne bedeuten, dass der Vulkan sich allmählich wieder beruhige. Es bestehe aber auch die Gefahr, dass die Erschütterungen andere Vulkane zum Ausbruch bringen.

Autor: Dirk Eckert/Pia Gram (afp, apn, dpa, rtr)

Redaktion: Michael Wehling

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