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Migration

Erste Flüchtlinge verlassen australisches Camp in Richtung USA

Menschenrechtler hatten immer wieder verheerende Zustände in den Lagern im Pazifik angeprangert. Nun ließ Australien eine erste Gruppe von Asylsuchenden ausfliegen, so wie mit den USA vereinbart.

Australien schließt umstrittene Asyl-Heime auf Pazifik-Inseln (picture-alliance/dpa/Rural Australians For Refugees)

Flüchtlingskinder auf Nauru

Sie sollen aus dem Sudan und aus Bangladesch stammen, auch muslimische Rohingya aus Myanmar seien dabei, hieß es von amerikanischen Beamten. Offiziell verlautete aus der US-Botschaft in Papua-Neuguinea, 24 Asylsuchende seien von der Insel Manus im Süden des Pazifik zunächst ins philippinische Manila gebracht worden. Von dort aus gehe es weiter an einen bislang unbekannten Ort in den Vereinigten Staaten.

In Kürze soll demnach eine weitere Gruppe von etwa 30 Flüchtlingen folgen, die sich derzeit noch in einem Camp im Inselstaat Nauru befinden. Insgesamt ist offenbar die Umsiedlung von 54 Asylsuchenden genehmigt, während hunderte andere Schicksale noch in der Schwebe sind, die auch unter das australisch-amerikanische Abkommen fallen könnten. 

Festung Australien 

Australien lässt grundsätzlich keine Flüchtlinge ins Land. Stattdessen werden sogar anerkannte Asylbewerber in Lagern auf der zu Papua-Neuguinea gehörenden Insel Manus und im Inselstaat Nauru untergebracht.
Etwa 2000 Menschen auf der Flucht waren in den Camps jahrelang im Ungewissen gelassen worden, interniert unter oft miserablen Lebensumständen. Vereinte Nationen, Menschenrechtsorganisationen und australische Abgeordnete hatten die Verhältnisse immer wieder massiv kritisiert. 

Die US-Regierung des ehemaligen Präsidenten Barack Obama hatte Australien in einer Vereinbarung zugesagt, rund 1600 der Flüchtlinge von den Inseln aufzunehmen. Canberra hatte angekündigt, im Gegenzug besonders schutzwürdige Flüchtlinge mit engen familiären Bindungen in Australien zu akzeptieren.

Trump nicht einverstanden  

Die Umsetzung der Vereinbarung geriet ins Stocken. Es ist unklar, wie viele Flüchtlinge die USA nun tatsächlich aufnehmen werden. Obamas Nachfolger Donald Trump hatte die Vereinbarung als "dämlichen Deal" abgetan. Trump setzt auf eine restriktive Einwanderungspolitik, für Flüchtlinge gilt eigentlich noch bis Ende Oktober ein von ihm per Dekret verhängtes pauschales Einreiseverbot.

SC/uh (afp, rtr, dpae)