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Kolumbien

Erste FARC-Rebellen offiziell entwaffnet

Im Zuge des Friedensprozesses in Kolumbien haben die ersten Kämpfer der Guerillaorganisation FARC offiziell ihre Waffen niedergelegt. Ein Zertifikat bescheinigt, dass sie damit ins zivile Leben zurückkehren können.

Kolumbien FARC Guerilla (Getty Images/AFP/L. Robayo)

FARC-Kämpfer versammeln sich im Januar in einem Lager in der Region Policarpa

"Mit diesem Ereignis beginnt ein fortlaufender Prozess, um den FARC-Mitgliedern zu bescheinigen, dass sie ins zivile Leben wechseln, nachdem sie ihre Waffen abgegeben haben", erklärten die Vereinten Nationen. Derzeit lassen sich rund 6800 Kämpfer der linksgerichteten Untergrundorganisation in 26 Rückzugsgebieten im ganzen Land entwaffnen. Mehr als 600 UN-Beobachter überwachen die Demobilisierung.

Nach Jahrzehnten des bewaffneten Konflikts und nach vierjährigen Verhandlungen hatten die FARC und die Regierung Ende 2016 einen Friedensvertrag unterzeichnet. Er sieht vor, dass sich die Rebellen in sogenannten Befriedungszonen versammeln und bis Ende Mai ihre Waffen abgeben, damit sie dann in die Zivilgesellschaft eingegliedert werden können. Die Waffen sollen eingeschmolzen werden, das dabei gewonnene Metall soll zu drei Mahnmalen gegossen werden. Künftig will die Guerillagruppe mit politischen Mitteln für ihre Ziele wie eine gerechtere Landverteilung eintreten. 

Sieben Millionen Binnenflüchtlinge

In dem blutigen Konflikt zwischen staatlichen Sicherheitskräften, linken Rebellen und rechten Paramilitärs kamen seit den 1960er Jahren rund 340.000 Menschen ums Leben. Etwa sieben Millionen Bürger wurden zu Binnenflüchtlingen. Für seine Verhandlungen mit den FARC-Rebellen war Präsident Juan Manuel Santos im vergangenen Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden.

Derweil kündigte die katholische Kirche in Kolumbien an, sie wolle demobilisierte Guerillakämpfer der FARC mit ihren Familien zusammenbringen. Ein entsprechendes Programm solle Ende Mai beginnen, teilte die Bischofskonferenz in Bogota mit. Viele Guerilleros hätten während des bewaffneten Konfliktes den Kontakt zu ihren Familien verloren und würden deren Aufenthaltsort nicht kennen. Sie hätten aber den Wunsch geäußert, die Verwandten zu kontaktieren, ehe die Entwaffnung beginne. Am 21. Mai soll in Valledupar in der nordkolumbianischen Provinz Cesar die erste Familienzusammenführung von 44 Rebellen mit ihren Verwandten beginnen.

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Kolumbianische Farc-Rebellen geben Waffen ab

ELN verhandelt noch

Am Donnerstag hatte die kolumbianische Guerillaorganisation ELN erklärte, sie rechne nicht mehr mit dem Abschluss eines Friedensvertrags vor der Präsidentenwahl im Mai 2018. "Obwohl wir es gerne vor der Wahl schaffen würden, glauben wir nicht wirklich daran", sagte der ELN-Anführer Nicolás "Gabino" Rodríguez in der kubanischen Hauptstadt Havanna. Er sehe "keinen Willen der Regierung, den Paramilitarismus direkt zu bekämpfen". In den vergangenen Tagen tauschten sich die ELN und die Führung der größeren Rebellengruppe FARC in Havanna über ihre Erfahrungen mit dem Friedensprozess aus. Die ELN verhandelt mit der Regierung seit Anfang Februar in Ecuador über ein Ende der mehr als 50 Jahre währenden Feindseligkeiten. Trotz des Dialogs verüben ELN-Guerilleros immer wieder Anschläge auf Infrastrukturprojekte und greifen Regierungssoldaten an.

kle/rk (dpa, kna, afpe, epd)

 

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