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Aktuell Welt

Erste Ermittlungserfolge nach Attentaten

Zwei Tage nach den Attentaten in Frankreich und Kuwait haben die Ermittler erste Ergebnisse zu Tätern und Hintergründen präsentiert. Ein Verdächtiger hat sein bisheriges Schweigen gebrochen.

"Er war stumm, aber jetzt hat er seine Haltung geändert", verlautete schon am Samstagabend aus offiziellen Kreisen in Lyon. Jetzt bestätigten die Ermittler, dass der mutmaßliche Islamist Yassin S. erstmals mit den ihnen gesprochen habe. Dabei soll er die Ermordung und Enthauptung seines Chefs gestanden und sich zu "einigen Elementen zu den Tatumständen" geäußert haben.

Nach der Tat am Freitag in der Stadt Saint-Quentin-Fallavier soll der 35-Jährige einen Anschlag auf ein Gaslager verübt haben. Nach der ersten Explosion von Gasflaschen konnten Feuerwehrleute ihn überwältigen und so weitere Explosionen verhindern.

Frankreich Paris Saint Quentin Fallavier Anschlag Gasfabrik

Auf diese Gasfabrik in Saint-Quentin-Fallavier wurde der Anschlag verübt

Suche nach Komplizen

Es ist weiterhin unklar, ob der Verdächtige Komplizen hatte. Darauf könnte ein Foto hindeuten, dass S. über den Chat-Dienst WhatsApp verschickte. Das Selfie zeigt ihn mit dem Kopf seines Opfers. Die kanadische Nummer, an die das Foto übermittelt wurde, konnte jedoch bislang keinem Teilnehmer zugeordnet werden. Es könne sich allerdings auch um eine einfache Vermittlungsnummer zu einem anderen Teilnehmer handeln, so die Ermittler.

Neben dem Verdächtigen wurden auch seine Ehefrau, seine Schwester und ein weiterer Mann festgenommen. Gegen letztereren wird wegen "Terrorvorwürfen" ermittelt, seine Verbindung zum Anschlag ist den Behörden zufolge aber noch unklar.

Mehr Sicherheitskräfte in Frankreich

Als Konequenz aus dem Terroranschlag hat der französische Innenminister Bernard Cazeneuve angekündigt, die Zahl der Sicherheitskräfte aufzustocken. Bei Polizei und Gendarmerie sollen 500 neue Stellen pro Jahr geschaffen werden, die Nachrichtendienste sollen mit 1500 neuen Mitarbeitern verstärkt werden.

Präsident François Hollande hatte bereits unmittelbar nach dem Anschlag von Lyon die Sicherheitsstufe für fast 160 Industriebetriebe in der Region Rhône-Alpes angeordnet, die wegen der Verarbeitung gefährlicher Materialien besonderem Schutz unterliegen.

Festnahmen nach Anschlag in Kuwait

Nach dem Anschlag auf eine schiitische Moschee in Kuwait hat die Polizei mehrere Verdächtige festgenommen. Bei ihnen handle es sich um einen Kuwaiter, der sein Haus als Versteck für die anderen Verdächtigen zur Verfügung gestellt habe, teilte das Innenministerium mit. Außerdem sei ein 25-jähriger Angehöriger der Volksgruppe der Bidun festgenommen worden. Die Bidun sind überwiegend Nachfahren von Wüstennomaden und gelten offiziell als staatenlos. Sie werfen der kuwaitischen Regierung seit langem vor, ihnen Bürgerrechte vorzuenthalten.

Kuwait Moschee Selbstmordattentat

Sicherheitskräfte in Kuwait versuchen, die besorgte Bevölkerung zu beruhigen

Eine genaue Zahl der Festnahmen wurde vom Innenministerium nicht bekanntgegeben. Zuvor hatte es bereits gemeldet, dass der Besitzer des Autos in Gewahrsam genommen wurde, mit dem der Attentäter zum Anschlagsort gefahren war.

Trauer um die Opfer

Der Selbstmordattentäter hatte sich während des traditionellen Freitagsgebetes in der Imam-Sadik-Moschee in Kuwait-City in die Luft gesprengt. Nach Angaben des Innenministeriums starben außer ihm 26 Menschen, 227 wurden verletzt. Ein Ableger der Terrormiliz "Islamischer Staat" bekannte sich zu der Tat.

Gestern nahmen Tausende Trauernde an der Beisetzung von Opfern des Anschlags teil. Bei Temperaturen von 45 Grad inmitten des Fastenmonats Ramadan trugen sie 18 der Opfer auf einem schiitischen Friedhof zu Grabe. Die Särge der acht anderen Toten wurden ins irakische Nadschaf geflogen, wo sie in der für Schiiten heiligen Stadt begraben werden sollen.

mak/fab (afp, dpa, ap)