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Asien

Erste Cholerafälle in den Flutgebieten

Die Überschwemmungskatastrophe in Pakistan trifft immer mehr Menschen. Neue Regenfälle haben die Lage im Norden des Landes weiter verschärft. Zusätzlich sind die Menschen von Krankheiten und Hunger bedroht.

Eine Frau mit ihrem Kind im pakistanischen Katastrophengebiet (Foto: Fraidullah Khan)

Die Hälfte der von der Flutkatastrophe Betroffenen sind Kinder

Es sind die schlimmsten Fluten in der Nordwestprovinz seit rund 80 Jahren. Und ein Ende ist derzeit nicht abzusehen. Die Zahl der von der Flutkatastrophe Betroffenen liegt nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks UNICEF mittlerweile bei 3,2 Millionen, darunter 1,4 Millionen Kinder. Schätzungen zufolge sind mehr als 1500 Pakistaner ums Leben gekommen. Einige Helfer befürchten aber, dass ihre Zahl auf bis zu 3000 steigen könnte. Die Vereinten Nationen schätzen, dass fast eine Million Menschen ihr Dach über dem Kopf verloren haben oder zur Flucht gezwungen wurden. Tausende Pakistaner warten auf Hilfe.

Flutopfer in Pakistan warten auf die Verteilung von Essen (Foto: AP)

Unter den Notleidenden sind auch viele Kinder

Erste Fälle von Cholera

Nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ist in den überfluteten Gebieten die Cholera ausgebrochen. Der Leiter des DRK-Büros in Islamabad, Dirk Kamm, sagte am Mittwoch (04.08.2010) dem Rundfunk Berlin-Brandenburg, es seien schon etliche Fälle der Krankheit registriert worden. Außerdem gebe es viele weitere Durchfallerkrankungen. Daher sei schnelle medizinische Hilfe dringend notwendig. Neben Medikamenten werden vor allem sauberes Trinkwasser und Lebensmittel dringend gebraucht.

Humanitäre Katastrophe

Ein von den Fluten im Nordwesten Pakistan zerstörtes Haus (Foto: AP)

Mittlerweile sind bis zu 3,2 Millionen Menschen von den Fluten betroffen

Die Schlammmassen haben nach Angaben von UNICEF Brunnen und Wasserwerke verseucht und unbrauchbar gemacht. In einem der betroffenen Bezirke seien bereits 80 Prozent aller Trinkwasserbrunnen zerstört. Deshalb werde dringend sauberes Wasser benötigt. Das verschmutzte Trinkwasser kann vermehrt zu Erkrankungen und im schlimmsten Fall zu Seuchen führen, fürchten viele der Hilfsorganisationen vor Ort, wie zum Beispiel Oxfam oder die Johanniter.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) spricht von einer humanitären Katastrophe. Die Hilfe des DRK sei angelaufen, doch hätten die Helfer Probleme, die abgelegenen Regionen zu erreichen. "Oft führen nur Geröllstraßen in die Orte. Die sind wegen der Flut jetzt unpassierbar geworden", sagte Dirk Kamm. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR teilte mit, die Wassermassen hätten Dutzende Brücken, viele Straßen und die Kommunikationssysteme verwüstet.

Pegel steigt

Flutopfer in Pakistan warten auf die Verteilung von Essen (Foto: AP)

Sauberes Trinkwasser, Lebensmittel und Medikamente werden am dringendsten gebraucht

Der Pegel am Warsak-Damm, dem drittgrößten in Pakistan, stieg unaufhörlich. Der Katastrophenschutz der Provinz Khyber-Pakhtoonkhwa forderte die Anwohner der nördlichen Außenbezirke von Peshawar auf, ihre Häuser zu verlassen. Während es im Nordwesten weiter schüttete, erreichte das Hochwasser flussabwärts am Dienstag mehrere Orte in Punjab und schwappte in die Häuser. Punjab ist die bevölkerungsreichste Provinz Pakistans; dort befinden sich auch zahlreiche landwirtschaftliche Großbetriebe.

Angesichts des Elends und der nur schleppend anlaufenden Hilfe wuchs bei den Betroffenen der Zorn auf die Regierung und die Behörden. Vor allem Präsident Asif Ali Zardari geriet zunehmend in die Kritik, weil er statt im Land zu helfen auf eine Europareise ging.

Autorin: Pia Gram (dpa, apn, afp, kna)
Redaktion: Sabine Faber/Ursula Kissel

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