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Aktuell Europa

Erste Begegnung: Papst und anglikanischer Primas

Beide Kirchenmänner sind seit März im Amt. Jetzt haben sie sich im Vatikan getroffen und die Gemeinsamkeiten ihrer Konfessionen in den Vordergrund gestellt: Papst Franziskus und der Primas der Anglikaner, Justin Welby.

Bei ihrer ersten offiziellen Begegnung betonten beide die Rolle der Ökumene für eine glaubwürdige Verkündigung. Nur wenn die Christen in Harmonie zusammen lebten und arbeiteten, könnten sie auch überzeugend zu einem friedlichen Miteinander mit Angehörigen anderer Religionen oder Nichtglaubenden beitragen, sagte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche bei dem Treffen mit dem geistlichen Oberhaupt der anglikanischen Kirche im Vatikan.

Gemeinsam für soziale Gerechtigkeit …

Während ihres Treffens, so Welby, litten viele Christen unter Gewalt, Verfolgung und Krieg sowie ungerechten Wirtschaftssystemen. "Wenn wir nicht ihre Fürsprecher sind, wer dann?", fragte Welby. Gemeinsam müssten die Kirchen für soziale Gerechtigkeit und ein Wirtschaftssystem eintreten, das den Menschen diene, fügte Franziskus hinzu. Anhänger beider Konfessionen müssten "dem Schrei der Armen eine Stimme verleihen, damit sie nicht den Gesetzen einer Wirtschaft ausgeliefert sind, die den Menschen mitunter allein als Verbraucher sieht".

… und gegen die Homo-Ehe

Ebenso könnten Katholiken und Anglikaner gemeinsam für die Verteidigung christlicher Werte wie der Unantastbarkeit menschlichen Lebens und der auf der Ehe basierenden Familie eintreten, sagte Papst Franziskus. Wie auch der Anglikaner Welby bekräftigte der Papst seine Ablehnung gleichgeschlechtlicher Ehen. Er ermutige Welby, weiter "für die Institution der Familie auf der Grundlage der Ehe" einzutreten. Welbys Einsatz gegen die Einführung der Homo-Ehe in Großbritannien blieb bisher erfolglos. Ein Gesetzentwurf der Regierung passierte bereits das Unterhaus, liegt nun dem Oberhaus zur Abstimmung vor und soll im kommenden Jahr in Kraft treten.

Differenzen zwischen dem Vatikan und den Anglikanern gibt es unter anderem bei der Priesterweihe für Frauen, die die katholische Kirche ablehnt, die anglikanische Kirche hingegen erlaubt. Die Debatte über die Weihe von Bischöfinnen läuft bei den Anglikanern noch.

Welby, der 105. Erzbischof von Canterbury, ist wie Franziskus seit März im Amt. Der fünffache Familienvater Welby wurde bei der Audienz im Vatikan von seiner Ehefrau Caroline begleitet. Welby ist geistliches Oberhaupt von weltweit etwa 80 Millionen Anglikanern, davon etwa 42 Millionen im Vereinigten Königreich von Großbritannien. Offizielles Oberhaupt der Kirche von England ist die Queen.

qu/gmf (dpa, kna, epd)

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