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Wirtschaft

Erste Ölpipeline zwischen Russland und China

Die russische Ölförderung ist auf einem neuen Höchststand. Nun will Moskau den Ölverkauf auf den asiatisch-pazifischen Märkten ausweiten und damit seine Abhängigkeit von europäischen Kunden verringern.

Pipeline (Foto: dpa)

Die Pipeline ist fertig

Russland produziert so viel Öl wie noch nie seit dem Ende der Sowjetunion: 10,15 Millionen Barrel Erdöl wurden in 2010 pro Tag gefördert, gab das Energieministerium am Sonntag (02.01.2011) bekannt. Das entspricht einem Anstieg um 2,2 Prozent, Experten hatten mit 1,1 Prozent gerechnet. Nach Daten der Internationalen Energie Agentur (IEA) war die damalige Sowjetunion 1988 auf 11,41 Millionen Barrel pro Tag gekommen.

Russland baut außerdem seine Stellung als Energieexporteur aus. Zu Jahresbeginn 2011 wurde die erste Pipeline nach China in Betrieb genommen. Geplant ist, 15 Millionen Tonnen Öl pro Jahr von Skoworodino in Sibirien über eine 1000 Kilometer lange Röhre zum Zentrum der chinesischen Ölindustrie in Daqing zu pumpen. Die Menge könne aber noch erhöht werden, hieß es. Bislang hatte Russland jährlich 9 Millionen Tonnen Öl nach China geliefert - per Bahn.

Ausläufer der Ostsibirien-Pazifik-Pipeline

Putin (Foto: AP)

Russlands Premier Putin eröffnete im August den russischen Pipeline-Teil

Russland will mit der Ausweitung der Lieferungen nach China seine Abhängigkeit von europäischen Kunden verringern. China wiederum braucht neue Lieferwege, um seine rasant wachsende Wirtschaft mit Öl zu versorgen.

Die neue Pipeline nach China ist eine Abzweigung der Ostsibirien-Pazifik-Pipeline (Eastern Siberia-Pacific Ocean - Espo), die bis 2014 fertig gestellt werden soll. Diese Pipeline soll mit ihren 4070 Kilometern die längste der Welt werden. Ihre Baukosten werden auf etwa 25 Milliarden Dollar geschätzt. Mit der Ostsibirien-Pazifik-Pipeline will Russland den asiatisch-pazifischen Raum erschließen. Nicht nur China, auch Japan und Südkorea sollen dereinst auf diese Weise beliefert werden können.

Bei der Lieferung von Öl soll es nicht bleiben: Schon Ende September hat der russische Energiekonzern Gazprom ein Gaslieferabkommen mit China geschlossen. Ab Ende 2015 sollen jährlich 30 Milliarden Kubikmeter Erdgas an die staatliche China Petroleum geliefert werden. China investiert im Gegenzug in Förderanlagen in Russland.

Autor: Dirk Eckert (afp, dpa, rtr)

Redaktion: Ulrike Quast

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