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Kultur

Erst zahlen, dann surfen

Tausende von Zeitungen, Radio- und Fernsehsendern sind noch immer kostenlos im Netz vertreten. Ihre Service-Angebote sind umsonst. Der User zahlt nur die üblichen Telefongebühren. In den USA soll sich dies nun ändern.

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Surfer sollen zahlende Kunden werden

E-Mails konnten bei den meisten Anbietern bisher kostenlos verschickt werden. Jetzt wollen immer mehr Anbieter aus ihren Angeboten Kapital schlagen. Besonders intensiv läuft die Suche nach dem Profit, seitdem die Werbeeinnahmen der Websites gesunken sind. Not macht erfinderisch: Im Internet wächst die Zahl der Sites, die mit kostenlosen Angeboten bekannt wurden und nun auf Gewinnkurs gehen wollen.

CNN-Videos nur noch im Abo

"Dankeschön dafür, dass Sie CNN.com-Video gewählt haben, das jetzt nur mit einem Abonnement erhältlich ist." Mit dieser Botschaft überrascht der Nachrichtensender CNN seine Online-Fans, die neuerdings nur noch nach Zahlung einer Monatsgebühr auf die Video-Bibliothek des Senders zurückgreifen können. So geht auch der US-Fernsehsender ABC vor, dessen Videoclips genau wie auch das CNN-Material nur im Abo-Service RealOne Superpass von RealNetworks zu empfangen sind - zum Monatspreis von zehn Dollar (11,41 Euro).

Immer noch kostenlos ist bei CNN, ABC und vielen anderen Online-Anbietern mit kostenpflichtigen Programmelementen das Textangebot. Und das soll auch so bleiben, denn die Websurfer sollen nicht verprellt werden.

Extras gegen Dollar

Einnahmen verspricht man sich mit Zusatzangeboten, dem Videoarchiv bei Fernsehsendern also, und dem umfassenden Textarchiv bei Zeitungen und Magazinen. Aber für den Zugang zum Grundangebot der Medien-Websites soll zumindest vorläufig keine Gebühr erhoben werden, darin war man sich in New York einig: "Wir werden dies so bald nicht tun", versprach der Vorstand der Tageszeitung "Washington Post". Damit bleibt die Wirtschaftszeitung "Wall Street Journal" (WSJ) mit ihrem grundsätzlich kostenpflichtigen Programm die Ausnahme.

Nicht nur die Medienanbieter nutzen zunehmend ihr Grundangebot als Lockvogel für Nutzer, denen dann gebührenpflichtige Extras angeboten werden. Viele Anbieter, die mit völlig gebührenfreiem Service ungeheuer populär wurden, steigen ebenfalls zum Mischmodell aus kostenlosen und kostenpflichtigen Elementen um. Ein Beispiel: 110 Millionen registrierte Nutzer hat der von Microsoft angebotene E-Mail-Dienst Hotmail, der nun für ein erweitertes Angebot 20 Dollar pro Jahr verlangt. Für diese Summe gibt es einen Speicherplatz von 10 Megabyte, nur 2 MB erhalten Nutzer, die nach wie vor Hotmail ausschließlich als kostenlosen Service nutzen wollen.

Spielgebühren bei Yahoo

Beim Konkurrenten Yahoo ist das E-Mail-Konto nach wie vor grundsätzlich kostenlos. Aber auch dort sind neuerdings kostenpflichtige Service-Erweiterungen im Angebot. Für die automatische Weiterleitung von E-Mails aus dem dem Yahoo-Postfach in die Postfächer anderer Anbieter müssen Yahoo-Nutzer 20 Dollar pro Jahr zahlen. Schon bald soll die Gebühr auf 30 Dollar erhöht werden. Yahoo erprobt zur Zeit auch andere Einnahmequellen: Im Bereich der Online-Spiele wird für eine Monatsgebühr von acht Dollar der Service erweitert. dpa/(fro)

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