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Top-Thema – Podcast

Erst die Politik, dann das Studium

Über Nacht wurde aus der Studentin Agnieszka Malczak eine Bundestagsabgeordnete der Grünen. Dadurch hat sich für die 24-Jährige einiges in ihrem Leben verändert. Aber das ist für sie kein Problem.‎

Agnieszka Malczak

Mit 24 Jahren ist Agnieszka Malczak bereits Bundestagsabgeordnete

Es ist acht Uhr abends. Im Café Chagall in der Nähe der Berliner Humboldt-Universität sitzen Studierende an Holztischen und trinken Bier. Agnieszka Malczak hat sich ein Ginger Ale bestellt, denn: Ihr Arbeitstag ist noch nicht vorbei. Eine weitere Sitzung erwartet sie. "Die Zeit des Ausschlafens ist jetzt definitiv vorbei", sagt die 24-Jährige. Seitdem sie eine Bundestagsabgeordnete ist, hat sie viele Termine. Und im Bundestag ist Anwesenheitspflicht.

Den neuen Job sieht man Agnieszka nicht unbedingt an. Sie hat lange, rote Haare, trägt Rock und Stiefel und ein Lippenpiercing. Unter den Studierenden ahnt kaum jemand, dass er neben einer Bundestagsabgeordneten sitzt. Schließlich ist sie ja auch noch eine von ihnen: Seit 2004 studiert sie Politikwissenschaft, Philosophie und öffentliches Recht in Tübingen.

Zeitgleich mit dem Studienbeginn wurde die gebürtige Polin auch ein aktives Mitglied der Grünen. Es war schon immer ihr Traum, Bundestagsabgeordnete zu werden, um auf höchster politischer Ebene für ihre Überzeugungen zu kämpfen. Dass der Traum mit der letzten Wahl so schnell in Erfüllung ging, überraschte sie sehr.

Die politische Arbeit hat die Studentin schon von Anfang an begleitet. Während ihres Studiums hat sie sich viel mit Friedensforschung beschäftigt, und als Bundestagsabgeordnete ernannten sie die Grünen zur Sprecherin für Abrüstungspolitik. Das Doppelleben als Studentin und Abgeordnete ist für Agnieszka kein Problem. Deshalb entschied sie sich auch bewusst für eine Wohnung im multikulturellen Stadtteil Kreuzberg.

Glossar

über Nacht – sehr schnell; in sehr kurzer Zeit

Bundestagsabgeordnete, der/die – ein gewähltes Mitglied des deutschen Bundestages

Ginger Ale, das – ein alkoholfreies Getränk, gewürzt mit Ingwer

etwas erwartet jemanden – hier: jemand hat noch etwas zu tun

ausschlafen – so lange schlafen, wie man will

definitiv – in jedem Fall

Anwesenheitspflicht, die – die Pflicht, immer an etwas teilzunehmen

jemandem etwas ansehen – etwas an jemandem erkennen

Lippenpiercing, das – ein Loch in der Lippe, durch das ein Ring gesteckt wird

zeitgleich – zur selben Zeit

gebürtige Polin, die – die in Polen geborene Frau

aktive Mitglied, das – hier: das Mitglied, das für die Partei arbeitet

ein Traum geht in Erfüllung – ein Traum wird Wirklichkeit

etwas begleitet jemanden – etwas beschäftigt jemanden sehr stark

jemanden zu etwas ernennen – jemanden zu etwas machen (meist in der Politik)

Abrüstung, die – die Reduzierung der Waffen in einem Staat

bewusst – so, dass man über das, was man tut, nachdenkt

multikulturell – so, dass Menschen aus verschiedenen Kulturen miteinander leben

Fragen zum Text

1. Agnieszka Malczak trinkt abends Ginger Ale statt Bier, weil …

a) sie am nächsten Morgen früh aufstehen muss.

b) sie noch im Bundestag arbeiten muss.

c) das Trinken von Alkohol im Bundestag verboten ist.

2. Man sieht Agnieszka den Job als Abgeordnete nicht an, denn sie …

a) sieht nicht wie eine typische Abgeordnete aus.

b) ist gebürtige Polin.

c) wohnt im Berliner Stadtteil Kreuzberg.

3. Welche dieser Aussagen ist falsch?

a) Agnieszka hatte schon immer den Traum, in die Politik zu gehen.

b) Die Studentin möchte Sprecherin für Abrüstungspolitik werden.

c) Zeit zum Ausschlafen hat Agnieszka nicht mehr.

4. Mit der neuen Arbeit als Bundesabgeordnete ist für Agnieszka …

a) das Studium vorbei.

b) zur Sprecherin für Abrüstungspolitik ernannt worden.

c) ein Traum in Erfüllung gegangen.

5. Ergänzen Sie das passende Nomen: "Die … zur Sprecherin bringt neue Aufgaben mit sich."

a) Arbeit

b) Ernennung

c) Pflicht

Arbeitsauftrag

Können Sie sich vorstellen, in der Politik aktiv zu werden? Wenn ja, wofür würden Sie sich einsetzen und für welche Ziele würden Sie kämpfen? Wenn nein – begründen Sie, warum Sie niemals in der Politik aktiv arbeiten würden.

Autor/in: Nadine Wojcik/Lukas Völkel

Redaktion: Shirin Kasraeian

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