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Politik

Erst Berlin, dann Hamburg: Trudeau beim Matthiae-Mahl

Kanadas Premierminister hat sich international den Ruf erworben, ein Gegenentwurf zu populistischen Politikern zu sein. Zunächst Gast in Berlin, wurde Justin Trudeau am Abend in Hamburg in traditionellem Rahmen gefeiert.

Deutschland Hamburg - Matthiae-Mahl (picture-alliance/dpa/C. Charisius)

Mit Fliege: Außenminister Gabriel, Premierminister Trudeau, Bürgermeister Scholz (von links)

Es ist eine sehr traditionelle Veranstaltung in Hamburg: das sogenannte Matthiae-Mahl. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel und Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (beide SPD) haben dabei die Freundschaft zu Kanada betont. Gabriel würdigte zugleich die Verhandlungsbereitschaft der kanadischen Regierung beim Freihandelsabkommen Ceta. "Eure Geduld hat es möglich gemacht, dass wir ein gutes Abkommen verhandeln konnten", sagte der Außenminister an die Adresse des kanadischen Premierministers Justin Trudeau, der als Ehrengast an dem traditionellen Festmahl teilnahm.

In Anspielung auf ein Gemälde im Großen Festsaal des Rathauses, das den Stolz der Hanseaten darstellt, sagte Gabriel: "Das verbindet uns mit Kanada. Wir knien nicht vor anderen Mächten der Welt, aber wir reichen ihnen immer wieder die Hand zu Partnerschaft und Freundschaft." Kanada sei ein Land, mit dem die Deutschen alle Werte teilten.

Deutschland Hamburg - Matthiae-Mahl (picture-alliance/dpa/C. Charisius)

Festliches Licht, der Außenminister redet: Gabriel im Hamburger Rathaus

Bürgermeister Scholz ging in seiner Rede auf das Flüchtlingsthema ein. "Für viele Männer und Frauen auf der ganzen Welt sind Kanada und Deutschland heute Länder der Hoffnung." Er verwies darauf, dass Europa auf den plötzlichen Zuzug so vieler Menschen nicht vorbereitet gewesen sei. Deutschland schaue sich genau an, wie das nordamerikanische Land es schaffe, bei der Integration so erfolgreich zu sein. "Aber wir sehen auch mit Interesse, wie klar und verbindlich in Kanada die Anforderungen und Regeln sind, an die sich alle halten müssen", so Scholz weiter.

"Und wer könnte es ihnen verdenken?"

Trudeau rief seine Politiker-Kollegen dazu auf, den Anliegen der Bevölkerung mehr Aufmerksamkeit zu schenken. "Zu viele Menschen auf der ganzen Welt machen sich Sorgen um ihre Zukunft", sagte der kanadische Gast. "Und wer könnte es ihnen verdenken?" Bürger quer durch das politische Spektrum seien auf der Suche nach Führung und Hoffnung. sagte Trudeau. "Es liegt an uns, welche Art von Führung sie finden."

Von 1356 ... bis heute 

Der kanadische Premierminister hatte sich zuvor zu Gesprächen in Berlin aufgehalten. An dem Matthiae-Mahl im Hamburger Rathaus nahmen 400 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur teil. Das Festessen wurde erstmals im Jahre 1356 veranstaltet. Nach einer mehr als 200-jährigen Unterbrechung wurde die Tradition in den 50er Jahren unter dem damaligen Bürgermeister Kurt Sieveking (CDU) wieder aufgenommen. Diesmal gab es übrigens - nach Recherchen des Hamburger Abendblatts - leicht geräucherten Butterfisch, eine weiße Tomatencremesuppe, ein Rinderfilet aus Schleswig-Holstein - und einen Nachtisch, zu dem unter anderem Vanillecreme & -sorbet gehörte. 

ml/qu (dpa)