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Aktuell Nahost

Erschütternde Eindrücke nach Massaker in Al-Kubair

UN-Beobachter haben in Syrien den Schauplatz des mutmaßlichen Massakers in Al-Kubair mit vielen Toten untersucht. Der Geruch von Leichen habe noch in der Luft gehangen. Andernorts geht das Blutvergießen weiter.

Am Mittwoch waren in Al Kubair in der Provinz Hama nach Angaben der Opposition fast 80 Zivilisten von syrischen Regierungstruppen und dem Assad-Regime treuen Milizen getötet worden. Jetzt besuchten erstmals UN-Beobachter den Ort. Es sei definitiv ein schreckliches Verbrechen verübt worden, sagte eine Sprecherin der Beobachter nach einer Begehung der Ortschaft. Der Leichengeruch sei noch deutlich wahrzunehmen gewesen, erklärte Sausan Ghosheh. "Man kann auch im und um das Dorf Leichenteile sehen." Zudem berichteten die UN-Beobachter von blutverschmierten Hauswänden.

Verantwortlich für das Massaker ist nach Oppositionsangaben die der Regierung nahestehende Shabiha-Miliz. Das Regime dementiert, wie stets in solchen Fällen und lässt über die staatliche Nachrichtenagentur SANA seine Standardversion verbreiten: Das Massaker sei von bewaffneten Terroristen verübt worden. Diese hätten Frauen und Kinder getötet, bevor die Sicherheitskräfte eingegriffen und die Angreifer erschossen hätten, heißt es aus Damaskus. Die Internationale Gemeinschaft steckt in dem nun schon seit Monaten bekannten Dilemma. Weder die Angaben der einen noch der anderen Seite lassen sich überprüfen, da Präsident Baschar al-Assad jede freie Berichterstattung unterbindet.

Das Grauen geht weiter

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Syrien: 17 Tote nach Beschuss der Stadt Daraa‎

Beim Beschuss der südsyrischen Stadt Daraa sollen laut Opposition in der Nacht zu Samstag mindestens 17 Menschen getötet worden sein. Im Anschluss sei es zwischen der Armee und Rebellen zu schweren Kämpfen gekommen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Auch in der Hauptstadt Damaskus habe es in der Nacht Explosionen gegeben, berichtete die in Großbritannien ansässige Stelle, die sich auf ein Netz von Beobachtern in Syrien stützt. Zuvor hätten sich Rebellen und Sicherheitskräfte in der Stadt schwere Gefechte geliefert.

Annan und Ban drängen zum Handeln

Die Internationale Gemeinschaft scheint hilflos. Zwar werden angesichts der sich immer weiter verschärfenden Gewalt in Syrien die Rufe nach einem härteren Vorgehen der Weltgemeinschaft lauter, die Möglichkeiten Druck auszuüben sind aber weiterhin dürftig. Die  Mitglieder des UN-Sicherheitsrates bleiben uneins über das weitere Vorgehen. Russland und China verhindern nach wie vor Sanktionen gegen das Assad-Regime. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, die Gefahr eines offenen Bürgerkriegs in Syrien sei "unmittelbar und real".

Der Syrien-Beauftragte der UN und der Arabischen Liga, Kofi Annan, forderte den Weltsicherheitsrat auf, den Druck auf Assad zu erhöhen. Er hoffe zudem auf die Bildung einer neuen Syrien-Kontaktgruppe, um einen Ausweg aus der Krise in Syrien zu finden, sagte Annan in New York. Nach seiner Vorstellung sollten auch einflussreiche Länder aus der Region in dieser Gruppe eingebunden werden, wie z.B. der Iran.

qu/SC (rtr,dpa,afp)

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