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Top-Thema – Podcast

Ernste Krankheit: Depression

Depression ist eine Krankheit. Die Betroffenen leiden an Hoffnungslosigkeit und können kaum schlafen. Auch verlieren sie oft ihre sozialen Kontakte. Denn ihr Verhalten können viele Menschen nicht verstehen.‎

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Ernste Krankheit: Depression – das Top-Thema als MP3

Hoffnungslosigkeit, Antriebslosigkeit und Verzweiflung – im schlimmsten Fall sogar Selbstmordgedanken: So geht es Menschen mit Depressionen. In Deutschland leiden etwa vier Millionen Menschen daran. Thomas Müller-Rörich ist einer von ihnen. Die ersten Symptome der Krankheit zeigten sich bei ihm vor mehr als 20 Jahren. Er erzählt: „Ich war vollkommen empfindungslos. Ich konnte meine Kinder überhaupt nicht mehr als Kinder wahrnehmen, mich nicht mehr mit ihnen freuen oder irgendwelche Ausflüge machen.“

Oft wissen die Erkrankten am Anfang nicht, was mit ihnen los ist. Manche denken, sie haben eine Infektion. Andere meinen: Schlafstörungen sind der Grund dafür, dass es ihnen schlecht geht. Dabei sind Schlafstörungen Symptome für eine Depression. Müller-Rörich empfiehlt, dass man sich so schnell wie möglich über die Krankheit informieren sollte. Er sagt: „Bitte nicht auf die lange Bank schieben und einen Arzt aufsuchen. Es wird nicht besser, es wird schlimmer.“

Gesunde Menschen können nur schwer verstehen, was hinter Depressionen steckt. Wenn jemand im Beruf keine Leistung mehr bringt, wird ihm vorgeworfen: Der will gar nicht arbeiten. Wenn jemand soziale Kontakte nicht mehr aufrechterhält, denken Freunde und Bekannte: Der will nichts mehr mit mir zu tun haben. Dadurch kann der Erkrankte allmählich alle seine Kontakte verlieren.

Durch Medikamente, Therapien und Selbsthilfegruppen geht es Müller-Rörich mittlerweile besser. Psychotherapie und Antidepressiva sind übliche Behandlungsmethoden bei Depressionen. Nicht so hilfreich, wie viele Menschen denken, ist eins: Schlaf. In den letzten Jahren haben sich Forscher intensiv mit diesem Thema beschäftigt. Professor Ulrich Hegerl von der Klinik für Psychiatrie in Leipzig bestätigt: „Wenn die Menschen die zweite Nachthälfte wach bleiben, dann zeigen 60 Prozent eine abrupte Besserung in den frühen Morgenstunden.“


Glossar

Depression, -en (f.) – eine psychische Krankheit, bei der man längere Zeit mutlos ist

Betroffene, - (m./f.) – jemand, der ein bestimmtes Problem hat

Hoffnungslosigkeit (f., nur Singular) – die Tatsache, dass man keine Hoffnung hat

(sozialer) Kontakt, -e (m.) – der Freund/die Freundin; der/die Bekannte

Antriebslosigkeit (f., nur Singular) – die Tatsache, dass man keine Kraft hat, etwas zu tun

Verzweiflung, -en (f.) – der Zustand, in dem man völlig ohne Hoffnung ist

Symptom, -e (n.) – das Anzeichen für eine Krankheit

empfindungslos – so, dass jemand keine Gefühle (z. B. Trauer, Freude) hat

jemanden wahrnehmen – hier: jemanden sehen; jemanden erkennen

Infektion, -en (f.) – die Tatsache, dass man etwas im Körper hat, das einen krank macht

Schlafstörung, -en (f.) – die Tatsache, dass man nicht oder schlecht schlafen kann

etwas auf die lange Bank schieben – umgangssprachlich für: etwas nicht sofort tun

jemanden auf|suchen – zu jemandem hingehen; jemanden besuchen

hinter etwas stecken, etwas steckt hinter etwas – hier: etwas hat Auswirkungen

jemandem etwas vor|werfen – jemanden für etwas kritisieren

etwas aufrecht|erhalten – hier: dafür sorgen, dass etwas nicht weniger wird

mit jemandem etwas zu tun haben wollen – zu jemandem Kontakt haben wollen

Therapie, -n (f.) – hier: die ärztliche Behandlung einer Krankheit, die die Seele betrifft (auch: die Psychotherapie)

Selbsthilfegruppe, -n (f.) – eine Gruppe von Menschen mit demselben Problem, die sich gegenseitig helfen

Antidepressivum, Antidepressiva (n.) – ein Medikament gegen → Depressionen

intensiv – hier: mit viel Energie und Aufmerksamkeit

abrupt – schnell; plötzlich


Fragen zum Text

1. Was steht im Text? Warum verlieren viele depressive Menschen ihre Freunde?
a) Die Freunde denken, dass der Depressive keine Zeit mehr mit ihnen verbringen will.
b) Die Freunde haben oft Angst, sich anzustecken und brechen deshalb den Kontakt ab.
c) Vielen Menschen ist es zu viel Arbeit, sich um die Erkrankten zu kümmern.

2. Welche Aussage steht im Text?
a) Depressionen werden durch eine Infektion ausgelöst.
b) Viele Betroffene merken erst nicht, dass sie depressiv sind.
c) Schlafstörungen führen zu Depressionen.

3. Was hilft bei Depressionen nicht?
a) Antidepressiva nehmen
b) viel schlafen, um Schlafstörungen zu verhindern
c) mit anderen Menschen über die Krankheit sprechen

4. Mit welchem Adjektiv kann man ein Substantiv mit der Endung „-heit“ bilden?
a) empfindungslos
b) krank
c) intensiv

5. Mit welchem Verb kann man kein Substantiv mit der Endung „-ung“ bilden?
a) behandeln
b) verzweifeln
c) informieren


Arbeitsauftrag
Lange Zeit war die Krankheit Depression nicht richtig anerkannt. Wie sieht es in eurem Land aus? Gelten Depressionen als ernste Krankheit, die behandelt werden muss, oder wird darüber nicht gesprochen? Berichtet im Kurs.

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