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Aktuell Asien

Erneuter Bloggermord in Bangladesch

Im überwiegend muslimisch geprägten Bangladesch ist wieder ein Kritiker des religiösen Extremismus brutal ermordet worden. Der Blogger Nazimuddin Samad gehörte einer Gruppe an, die für die regierende Partei arbeitet.

Bangladesch Aktivist Nazimuddin Samad (Foto: Facebook/Nazimuddin Samad)

Ein Facebook-Foto des Online-Aktivisten Nazimuddin Samad

Drei Motorräder rasten an dem Online-Aktivisten Nazimuddin Samad vorbei, als Schüsse fielen. Daraufhin sei der Student auf einer Straße in Dhaka mit Macheten niedergemetzelt worden, als er von der Universität nach Hause zurückgekehrt sei, sagte der Polizeisprecher Nurul Amin. Die Angreifer hätten nach der Tötung "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen. Die Angreifer entkamen unerkannt.

Samad gehörte einer Gruppe an, die für die regierende Partei Awami League arbeitet. Nach Angaben seiner Freunde wandt er sich gegen religiösen Extremismus und setzte sich für einen säkularen Staat ein. Laut Polizeiangaben wurde ihm dieser Freiheitskampf in dem überwiegend muslimisch geprägten Bangladesch zum Verhängnis.

Kommilitonen gedachten ihrem Freund am Abend an der Jagannath Universität, an der der Blogger Jura studierte. "Wir bedauern den Vorfall. Wir werden alles versuchen, um Samads Familie in dieser schweren Zeit zu unterstützen", sagte der Prorektor der Universität, Nur Mohammad.

Fanatiker räumer Kritiker aus dem Weg

Seit Anfang vergangenen Jahres wurden in Bangladesch mehrere religionskritische Schriftsteller, Blogger und deren Verleger getötet. Die Polizei vermutet islamistische Extremisten hinter den Attacken und nahm mehrere Männer fest. In Bangladesch wird ein offener, liberaler Islam gelebt. Doch in den vergangenen Jahren nahm der Einfluss fundamentalistischer und radikaler Kräfte zu. Sowohl das Terrornetzwerk Al-Kaida als auch der sogenannte "Islamischer Staat" (IS) behaupten, in Bangladesch aktiv zu sein. Das verneint die Regierung des südasiatischen Landes.

pab/ml (APE, dpa, rtr)