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Sport-News

Erneute Blamage für deutschen Handball

Der deutsche Handball leistet sich die nächste Peinlichkeit. Gut drei Wochen nach der gescheiterten EM-Qualifikation seiner Männer-Auswahl zieht der Deutsche Handballbund seine Bewerbung für die WM 2019 zurück.

Es ist noch gar nicht lange her: Vor rund drei Wochen verpasste die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) erstmals in ihrer Geschichte eine EM-Endrunde. Die Männer konnten sich beim Turnier in Aschaffenburg nicht für die Europameisterschaft 2014 in Dänemark qualifizieren. Nachdem das historische Debakel perfekt war, wähnte man den deutschen Handball am Tiefpunkt. Doch dass es noch schlimmer geht, zeigt jetzt der Deutsche Handballbund.

Nun zog der DHB seine Bewerbung um die Austragung der WM 2019 zurück und sorgte damit für einen weiteren Eklat im deutschen Handball. Verbands-Präsident Ulrich Strombach fühlte sich von den Plänen seines designierten Nachfolgers Bernhard Bauer und dessen künftigen Vize Bob Hanning überrumpelt und erklärte den offiziell beim Weltverband IHF eingereichten Antrag für nichtig.

Keine Befugnis

Der Kandidat für das Präsidentenamt beim Deutschen Handballbund Bernhard Bauer (Foto: dap)

Bernhard Bauer kandidiert für das Präsidentenamt

"Wir haben einstimmig beschlossen, dass wir der IHF schriftlich mitteilen, dass die bei ihr eingegangene Absichtserklärung nicht autorisiert und damit nicht wirksam ist, weil sie nicht vom DHB-Präsidium getroffen wurde", sagte Strombach der Fachzeitschrift "Handballwoche". "Es wurde so getan, als habe sich der DHB um die Männer-Weltmeisterschaft 2019 beworben, dem ist aber nicht so, das muss klargestellt werden."

Bauer wurde von der Nachricht aus der Verbandszentrale in Dortmund vollkommen überrascht. Zusammen mit Hanning hatte er die Bewerbung in der vergangenen Woche initiiert. Eine entsprechende Erklärung war am vergangenen Dienstag (02.07.2013) bei der IHF hinterlegt worden. Der DHB hatte auf seiner Internetseite sogar darüber informiert. "Kein dafür befugtes Gremium hat diese Entscheidung getroffen. Es war kein Auftrag dafür vergeben worden", behauptet Strombach nun.

Fristverlängerung möglich

DHB-Präsident Ulrich Strombach (Foto: Friedemann Vogel/Bongarts/Getty Images)

DHB-Präsident Ulrich Strombach kippt die deutsche Bewerbung um die Ausrichtung der Handball-WM 2019

Die Außenwirkung ist fatal. Denn auf dem Bundestag im September treten weder Strombach noch seine Stellvertreter Horst Bredemeier und Heinz Winden erneut an. Für ihre Nachfolger haben sie nun einen Fehlstart provoziert. Offiziell begründet wurde der Rückzug damit, dass Deutschland 2017 bereits Ausrichter der Frauen-WM ist. "Sich für ein solches Großereignis wie eine Männer-WM zu bewerben, das nur 13 Monate später stattfindet, zeugt nicht von einer Reflexion der Gesamtumstände eines ehrenamtlich geführten Verbandes", erklärte Strombach.

Dennoch will der scheidende Verbandschef seinem möglichen Nachfolger Bauer eine Hintertür offenhalten, indem die IHF um eine Fristverlängerung gebeten wird. "Ich denke, da wird sich gemeinsam mit der IHF ein Weg finden lassen. Das neue Präsidium ist dann frei in seiner Entscheidung, ob es gewillt ist, eine Absichtserklärung für die WM 2019 zu verfassen oder nicht. Wenn man so an der WM interessiert ist, kann man sich ja bewerben", meinte Strombach.

"Lex Deutschland"

Bob Hanning, Kandidat für das Amt des DHB-Vizepräsidenten (Foto: Hannibal/dpa)

Bob Hanning soll DHB-Vizepräsident werden

Damit ließ er den Schluss eines Ränkespiels zu. Denn der Protest der Mitbewerber Dänemark, Mazedonien, Norwegen, Polen, Slowakei und Schweden ist bei einer "Lex Deutschland" bereits vorprogrammiert. Bis zum 2. September muss beim Weltverband IHF bereits ein Konzept vorliegen. Das neue DHB-Präsidium aber wird erst am 21. September gewählt. Die Vergabe der WM 2019 erfolgt am 28. Oktober in Doha.

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass sich der DHB in der momentan schwierigen Situation, nach dem erstmaligen Verpassen einer EM-Endrunde, jetzt selbst den nächsten Tiefschlag versetzt hat. Verlierer dürfte einmal mehr die schwächelnde Sportart sein.