1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

IS-Terrorismus

Erneute Anklage gegen Ex-IS-Mitglied Harry S.

Harry S. wurde vor einem Jahr bereits wegen seiner Mitgliedschaft beim IS verurteilt. Doch der scheinbar geläuterte Mann war nach Ansicht der Bundesanwaltschaft auch an IS-Hinrichtungen in Palmyra beteiligt.

Hamburg Prozess gegen mutmaßliches IS-Mitglied Harry S. (Getty Images/AFP/B. Marks)

Harry S. während des Prozesses im Juni 2016

Mitte Juni 2015 wurden den Ermittlern zufolge fünf syrische Armeeangehörige sowie ein sunnitischer Prediger auf einem Marktplatz im syrischen Palmyra von Mitgliedern des sogenannten "Islamischen Staats" (IS) erschossen. Als Teil eines Trupps von sechs Personen soll der 28-jährige Deutsche Harry S. einen der Gefangenen auf den Hinrichtungsplatz geführt haben. Er soll die Schützen durch Rufe angefeuert und vom Straßenrand aus selbst auf die am Boden liegenden Körper geschossen haben. Das alles zeigen Filmaufnahmen, die erst nach der ersten Verurteilung bekannt wurden. Auf dieses Material stützt sich die Anklage des Generalbundesanwaltes.

Video als neues Beweismaterial

Der in Bremen und London aufgewachsene Harry S. war im Juli 2016 vom Hamburger Oberlandesgericht wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrororganisation zu drei Jahren Haft verurteilt worden. In diesem Prozess ging es unter anderem auch um seine Mitwirkung an einem IS-Propaganda-Video. Die Richter waren damals der Überzeugung, dass sich der Mann vom Terrorismus abgekehrt und bei der Aufklärung weiterer Taten im Zusammenhang mit dem IS geholfen habe. Doch bereits im Oktober vergangenen Jahres kamen mit dem neuen Filmmaterial Zweifel auf.

Neuer Prozess noch ungewiss

Ob es zu einem weiteren Verfahren kommen wird, ist noch unklar. Nach der Stellungnahme der Verteidigung werde das Hamburger Oberlandesgericht, das wieder zuständig ist, entscheiden, ob ein hinreichender Tatverdacht gegeben sei, sagte Gerichtssprecher Kai Wantzen. Der Beschuldigte sitzt derzeit ohnehin in Haft.

fab/sti (dpa, afp)