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Nahost

Erneut verheerende Anschläge

Bei Anschlägen im Irak wurden fast 120 Menschen getötet, darunter sieben US-Soldaten. Schon am Tag zuvor starben 53 Menschen bei einem Attentat.

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Anschlag auf Pilger in Kerbela

In der schiitischen Pilgerstadt Kerbela wurden am Donnerstag (5.1.2006) mindestens 49 Menschen getötet und etwa 70 weitere verletzt, als sich ein Selbstmordattentäter zwischen zwei Heiligtümern in die Luft sprengte. Damit wurde die schiitische Mehrheitsbevölkerung nun den zweiten Tag in Folge mit Terror überzogen: Bereits am Mittwoch waren bei einem Anschlag auf eine schiitische Beerdigung nördlich von Bagdad und weiteren Terrorakten mindestens 53 Menschen ums Leben gekommen.

Bei einem zweiten Anschlag in der westirakischen Aufständischen-Hochburg Ramadi sprengte sich der Attentäter in einem Rekrutierungsbüro der Polizei in die Luft, berichtet der Nachrichtensender Al-Arabija. Nach Krankenhausangaben wurden über 60 Menschen getötet. 30 weitere seien verletzt worden, hieß es.

Bei einem Bombenanschlag in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind dem US-Militär zufolge am Donnerstag fünf US-Soldaten getötet worden. Die Bombe sei am Straßenrand explodiert, als die US-Soldaten auf Patrouillefahrt waren. Weitere zwei US-Soldaten kamen nach Angaben der Polizei bei einem ähnlichen Anschlag im südirakischen Nadschaf ums Leben.

Zwischen den Heiligtümern

Der Attentäter in Kerbala zündete auf halber Strecke zwischen den beiden schiitischen Heiligtümern der Stadt, dem Schrein des Imams Hussein und der Moschee von dessen Bruder Abbas, seinen mit rund acht Kilogramm TNT präparierten Sprengstoffgürtel. Der Ort der Explosion liegt mitten in einer belebten Fußgängerzone.

Shiiten Pilgern zum Grab von Iman Hussein in Kerbala

Schiiten Pilgern zum Grab von Iman Hussein in Kerbala

Kerbela ist Wallfahrtsort für Schiiten aus aller Welt, vor allem auch für Iraner. Die Stadt ist seit Dezember 2004 von Anschlägen weitgehend verschont geblieben. Im März 2004 waren bei einer Serie von Anschlägen in der heiligen Stadt der Schiiten mehr als 100 Menschen getötet worden.

Zusammenhänge

Die neue Eskalation der Gewalt steht offenbar in Zusammenhang mit der Regierungsbildung nach der Parlamentswahl vom 15. Dezember. Stärkste politische Kraft wurde dabei nach vorläufigen Ergebnissen die Vereinigte Irakische Allianz, ein Bündnis schiitischer Parteien. Der örtliche Polizeichef Rasak al Taie machte "Takfiristen und Saddamisten" für den Anschlag verantwortlich. Die Takfiri-Ideologie sunnitischer Extremisten rechtfertigt den Tod aller Andersgläubigen. Wenige Stunden vor dem Anschlag hatten Unbekannte einen ehemaligen Funktionär der Baath-Partei in der Nähe seines Hauses in Kerbela ermordet. (sams)

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