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Aktuell Asien

Erneut Verhandlungen zwischen Nord- und Südkorea

Es sind kleine Schritte der Annäherung: Vertreter beider Länder haben sich erneut getroffen, um über den Industriepark Kaesong zu sprechen. Vergangene Gespräche brachten keine Einigung, jetzt soll ein Ergebnis her.

Der dritte Anlauf soll nun endlich zu einem für beide Seiten zufrieden stellenden Ergebnis führen. Am Montagmorgen fanden die Delegationen beider Länder erneut zusammen, um über die Zukunft der Sonderwirtschaftszone Kaesong, die rund zehn Kilometer von der Grenze Südkoreas entfernt ist, zu sprechen. Bereits diesen Monat hatten sich Vertreter beider Regierungen zu Arbeitsgesprächen an einen Tisch gesetzt. Nach monatelangen Spannungen und Kriegsdrohungen gilt der Ausgang als bestimmend für die zukünftige Beziehung beider Länder.

Südkoreas Chefdelegierter Kim Ki-Woong versprach vor der Gesprächsrunde sein "Bestes zu tun, um Kaesong wiederzueröffnen und es zu einem internationalen Industriepark zu entwickeln". Vorgespräche brachten bislang keine greifbaren Ergebnisse.

Eine schwer gesicherte Grenze zwischen Nord- und Südkorea (Foto:AP)

Schwer gesicherte Grenze zwischen Nord- und Südkorea

Forderungen unvereinbar?

Bislang stieß Südkorea bei der Regierung in Pjöngjang mit seiner Forderung, künftig eine einseitige Schließung des Industriekomplexes vertraglich zu verhindern, auf taube Ohren. Zudem erhofft sich Südkorea, die Zone auch für internationale Firmen zugänglich zu machen. Dadurch soll es Pjöngjang schwerer gemacht werden, Kaesong erneut zu schließen.

Das kommunistische Nordkorea hofft vor allem auf eine schnelle Lösung. Für das wirtschaftlich isolierte Land stellt Kaesong eine wichtige Einnahmequelle dar und bietet Zehntausenden in südkoreanischen Firmen eine geregelte, wenn auch niedrig bezahlte Arbeit. "Solange das Thema Kaesong nicht vom Tisch ist, kann es keinen Fortschritt zwischen den Beziehungen beider Länder geben", teilte der Norden mit. Am Mittwoch hatte die Regierung Pjöngjang angeboten, über die Wiederaufnahme von Touren in die Kumgang-Bergregion und die Zusammenführung von Familien, die durch den Korea-Krieg getrennt wurden, zu sprechen. Der Norden hatte das Angebot aber einen Tag später zurückgezogen, nachdem Seoul nur über den letzten Punkt reden wollte.

Pjöngjang hatte im April dieses Jahres seine rund 53.000 Arbeiter von den insgesamt 123 südkoreanischen Fabriken in dem Gebiet abgezogen, nachdem Südkorea mit den US-Streitkräften gemeinsam Militärübungen durchgeführt hatte. Im Mai war Seoul seinerseits dazu gedrängt worden, seine Manager aus dem Gebiet abzuziehen. Nordkorea hatte nach seinem dritten Atomtest im Februar verschärfte UN-Sanktionen hinnehmen müssen und daraufhin Verhandlungen mit Südkorea aufgenommen, um über Kaesongs Zukunft zu entscheiden.

Die Treffen gelten trotz oder gerade aufgrund der lange sehr angespannten und feindseligen Beziehung als sehr bedeutend. Auch wenn keine großen Ergebnisse am Ende des Verhandlungstages stehen sollten, so ist das Zusammenkommen beider Delegationen doch ein wichtiger Schritt der Annäherung und ein Symbol für die Bereitschaft beider Lager, einen Kompromiss finden zu wollen. Kaesong gilt daher als Meilenstein für die weiteren Beziehungen zwischen dem kommunistischen Norden und dem demokratischen Süden.

da/sti (dpa,afp,ap)