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Aktuell Afrika

Erneut Tote bei Konflikt in Kenia

Im Südosten Kenias sind bei einem Überfall auf ein Dorf mindestens 28 Menschen getötet worden. 19 Dorfbewohner und neun Angreifer seien bei den Auseinandersetzungen im Bezirk Tana River gestorben, so die Polizei.

Die Einwohner des betroffenen Dorfes Kipau gehörten mutmaßlich zur Volksgruppe der Orma, erklärte ein Sprecher der Polizei. Unter den Opfern seien auch fünf Frauen und fünf Kinder, sagte Nelly Muluku vom kenianischen Roten Kreuz. Rund 45 Häuser seien in Brand gesteckt worden. Der Angriff ereignete sich gegen 4 Uhr morgens.

Bereits im Spätsommer war der Konflikt zwischen den Landwirtschaft betreibenden Orma und dem Hirtenvolk der Pokomo eskaliert. Mehr als hundert Menschen wurden bis Mitte September getötet, seitdem ließ die Gewalt nach. Das Wiederaufflammen des Konflikts erklärte die Polizei mit einer Entwaffnungskampagne der Behörden. In den letzten zwei Tagen habe es Spannungen gegeben, weil manche das Gefühl gehabt hätten, die Regierung bevorteile die jeweils andere Volksgruppe.

Immer wieder Racheaktionen

Der Bezirk Tana River ist seit langem Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen den beiden Volksgruppen. In dem Konflikt geht es meist um Wasser- und Weiderechte. Gewalttätige Angriffe der einen Seite führten in der Vergangenheit immer wieder zu blutigen Racheaktionen durch die jeweils andere Gruppe.

Daher konnte das Rote Kreuz auf den aktuellen Vorfall auch schnell reagieren, wie Muluku erklärte: "Weil es bereits vor einigen Monaten zu Attacken gekommen ist, war das Rote Kreuz bereits vor Ort und konnte schnell auf diesen neuen Gewaltausbruch reagieren", betonte die Helferin. "Wir behandeln derzeit rund 30 Leute, die bei dem Angriff verletzt wurden. Aber die Situation bleibt unsicher."

li/mm (afp, dpa)