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Politik

Erneut türkische Luftangriffe im Nordirak

Die türkische Luftwaffe hat am Wochenende erneut mehrere Angriffe auf Stellungen der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK im Nordirak geflogen. Unterschiedliche Angaben gab es über die Zahl der Opfer.

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Türkische F-16

Die Luftwaffe habe am Samstag (22.12.2007) zwischen 14.25 Uhr und 17.10 Uhr insgesamt vier Angriffe geflogen, erklärte der Generalstab auf seiner Web-Site. Anschließend habe die Artillerie irakisches Gebiet unter Beschuss genommen. Türkische Medien berichteten am Sonntag unter Berufung auf kurdische Quellen über weitere Angriffe. Nach Augenzeugenberichten flogen türkische Flugzeuge am Sonntagmittag Aufklärung über grenznahen Gebieten im Nordirak. Die Streitkräfte betonten in ihrer Erklärung, dass die Operationen auf beiden Seiten der türkisch-irakischen Grenze auf jeden Fall fortgesetzt würden.

Unklare Zahlen

Unterschiedliche Angaben gab es über die Zahl der Opfer. Der Generalstab in Ankara teilte mit, bei den bisherigen Militäroperationen müssten "Hunderte Terroristen außer Gefecht gesetzt" worden sein. Die irakische Nachrichtenagentur Aswat al-Iraq meldete hingegen am Sonntag unter Berufung auf Polizeistellen in der nördlichen Provinzhauptstadt Dohuk, dass es am Samstag keine Toten gegeben habe.

Zunahme an Flüchtlingen

In der kurdischen Autonomieregion im Nordirak wird eine zunehmende Zahl von Zivilisten registriert, die aus den zuvor angegriffenen Bergregionen geflohen sind. Der Präsident der Autonomieregion, Massud Barsani, versprach am Sonntag in einer Ansprache vor Flüchtlingen, alles zu tun, um "die Krise zu lösen". Zu diesem Zwecke wolle er Gespräche mit der Regierung in Bagdad und mit US-Stellen führen, sagte er.

Die Türkei hatte seit Oktober immer wieder mit Angriffen auf kurdische Kämpfer im Nordirak gedroht. Ankara wirft der irakischen Regierung vor, nicht ausreichend gegen die PKK-Rebellen vorzugehen, welche die Grenzregion als Rückzugsort für ihren Kampf gegen die Regierung in Ankara nutzen. Der Konflikt zwischen der PKK und der türkischen Armee war eskaliert, nachdem die PKK auf türkischer Seite der Grenze mehrfach Soldaten getötet hatte. Die Militäreinsätze gegen die Rückzugsgebiete der PKK laufen Beobachtern zufolge schon seit geraumer Zeit. Am 16. Dezember räumte die Türkei die Luftangriffe auf irakisches Territorium erstmals offiziell ein. Zwei Tage später wurden für kurze Zeit auch türkische Bodentruppen ins Nachbarland geschickt. (sams)

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