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Europa

Erneut gewaltsame Proteste in Dänemark

Aus Protest gegen die Räumung eines besetzten Hauses in Kopenhagen ist es die zweite Nacht in Folge zu Straßenschlachten gekommen. Mindestens 170 Menschen wurden festgenommen, darunter wohl auch Deutsche.

Ein Auto steht in Flammen (Quelle: AP)

Die zweite Nacht in Folge brannten unter anderem Autos

Nach offiziell nicht bestätigten Angaben von Augenzeugen sind unter den Festgenommenen zahlreiche Deutsche. Sie hätten bei den Straßenkämpfen eine zentrale Rolle gespielt, hieß es weiter. Ein Demonstrant wurde verletzt. Nach Polizeiangaben wurde er von einem Pflasterstein getroffen.

Randalierer setzten Mülleimer und Fahrzeuge in Brand, hunderte Sicherheitskräfte konterten mit Tränengassalven. Am frühen Samstagmorgen (3.3.) beruhigte sich die Lage wieder. Die Demonstranten versammelten sich kurz nach 1 Uhr nachts unweit des geräumten Hauses, das in den vergangenen Jahren als Jugend- und Kulturzentrum der Anarchistenszene gedient hatte. Sie errichteten Straßenblockaden, die sie ebenso in Brand setzten wie mindestens ein Dutzend Autos. An einer Stelle griff das Feuer auf einen Kindergarten und ein Wohnhaus über, wurde jedoch schnell gelöscht. Verletzt wurde niemand.

Demonstranten mit Plakaten (Quelle: dpa)

Demonstranten protestieren gegen die Schließung eines Jugendzentrums in Kopenhagen

In der Nähe des 1971 von Hippies auf einem ehemaligen Kasernengelände gegründeten "Freistaates Christiania" stürmten Randalierer eine Schule und verwüsteten das Innere. Die Polizei konnte die Krawalle erst nach mehreren Stunden stoppen.

Unruhen schwappen auf andere Landesteile über

Auch in anderen Landesteilen kam es zu Unruhen. Insgesamt schien sich die Lage aber wieder zu beruhigen, wie Polizeisprecher Flemming Steen Munch mitteilte. In Erwartung der neuerlichen Ausschreitungen waren am Freitag hunderte Beamte in die dänische Hauptstadt verlegt worden. Aus dem benachbarten Schweden lieh die Regierung 20 Polizeifahrzeuge aus.

Die Tumulte begannen am Donnerstagmorgen, als eine Anti-Terror-Einheit das Gebäude im Innenstadtviertel Nørrebro räumte. Wütende Demonstranten griffen daraufhin die Sicherheitskräfte mit Pflastersteinen, Flaschen und Farbe an und errichteten Straßenblockaden. 25 Menschen wurden verletzt und mehr als 200 festgenommen. Unter ihnen waren 21 Ausländer, darunter auch Deutsche.

In mehreren deutschen Städten gab es Protestdemonstrationen gegen die Räumung des Kopenhagener Jugendhauses. Das Autonomenzentrum war seit 1981 besetzt. Es ist von der Stadt Kopenhagen an eine Freikirche verkauft worden und wurde am Donnerstag von der Polizei mit Antiterror-Einheiten geräumt. (je)

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