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Aktuell Europa

Erneut Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken

Im Mittelmeer hat es offenbar wieder ein tödliches Flüchtlingsunglück gegeben. Etwa 40 Menschen sollen ertrunken sein. Italien stößt bei der Aufnahme der Migranten zunehmend an Grenzen.

Symbolbild: Ein Mitglied der italienischen Küstenwache hilft am 2. Mai Flüchtlingen von ihrem Boot (Foto: dpa)

Symbolbild: Auf einem Foto der italienischen Küstenwache hilft ein Mitglied der Küstenwache am 2. Mai Flüchtlingen von ihrem Boot

Die Serie der tödlichen Bootsunglücke im Mittelmeer reißt nicht ab. Bei einem neuen Flüchtlingsunglück im Mittelmeer sind nach Angaben einer Hilfsorganisation vermutlich rund 40 Menschen ertrunken. "Überlebende haben uns erzählt, dass viele Migranten von Bord ins Wasser gestürzt seien, demnach könnten es etwa 40 sein", sagte die Sprecherin von Save the Children, Giovanna Di Benedetto in Catania. Auf einem Schlauchboot sei es vor Sizilien zu einem Notfall gekommen. Die genaue Zahl der Opfer sei nicht bekannt.

Etwa 200 Überlebende kamen im Hafen von Catania auf Sizilien an. Das Containerschiff "Zeran" hatte sie aufgenommen. Auch in anderen Häfen auf Sizilien und in Süditalien machten Schiffe mit Hunderten Migranten fest. Allein am vergangenen Wochenende waren mehr als 7000 Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet worden.

Italien pocht auf Hilfe

Italien stößt bei der Versorgung der Migranten an seine Grenzen und pocht auf mehr Hilfe aus Europa. Außenminister Paolo Gentiloni sagte, um die Krise zu lösen, reiche es nicht, die Zahl der Schiffe für die Rettung zu erhöhen. Vielmehr müssten zum Beispiel mehr Mittel zur Aufnahme der Migranten bereitgestellt werden. Die Aufnahmelager in Sizilien seien voll, und viele entsprächen nicht den Mindestanforderungen, sagte Save the Childen-Sprecherin Di Benedetto. Derzeit kommen so viele Migranten in Italien an, weil das Wetter gut und die See ruhig ist.

Einsatzgruppenversorger Berlin und die Fregatte Hessen (Foto: dpa)

Der Einsatzgruppenversorger "Berlin" und die Fregatte "Hessen"

Im Mittelmeer hatte es in den vergangenen Wochen mehrere Flüchtlingskatastrophen gegeben, bei denen hunderte Menschen ertranken. Oft gibt es keine endgültige Bestätigung der Opferzahl, weil die Leichen nicht geborgen werden können. Trotz der tödlichen Unglücke reißt der Flüchtlingsstrom über das Mittelmeer nicht ab. Vor etwa zwei Wochen war es zu dem bisher schwersten Unglück mit etwa 800 Toten gekommen.

Die EU-Staaten beschlossen daraufhin, ihre Marinemission im Mittelmeer auszuweiten. So wurden die Mittel für die EU-Grenzschutzmission "Triton" verdreifacht, ihr Einsatzgebiet blieb jedoch auf die Zone vor der italienischen Küste beschränkt.

Auch zwei Schiffe der deutschen Marine beteiligen sich ab sofort an der Rettungmission. Die Fregatte "Hessen" und das Versorgungsschiff "Berlin" machten sich von Kreta aus auf den Weg in ein Seegebiet südlich von Italien, hieß es aus dem Verteidigungsministerium. Auf der griechischen Insel hatten sie zuvor weiteres Personal, Rettungswesten und anderes Material an Bord genommen. Die Schiffe sollen am Donnerstag in ihrem Einsatzgebiet eintreffen. An der Abstimmung über die Details des Einsatzes sind außer dem Verteidigungsministerium auch das Auswärtige Amt und das Bundesinnenministerium beteiligt. Die Besatzungen der beiden Schiffe sollten am Mittwoch noch östlich von Sizilien eine Übung abhalten, um die Rettung einer größeren Zahl von Schiffbrüchigen zu trainieren.

Wo Flüchtlinge, die von der Bundeswehr im Mittelmeer gerettet werden, hingebracht werden sollen, steht noch nicht fest. Wahrscheinlich ist jedoch, dass die Schiffe erst einmal Häfen in Italien anlaufen werden. Ein Sprecher sagte: "Es sind noch nicht alle operativen Details geklärt, aber wir haben positive Signale, dass es eine Lösung für den Transfer der Schiffbrüchigen geben wird, um sie in einen sicheren Hafen zu bringen."

stu/uh (afp, dpa)

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