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Aktuell Afrika

Erneut Feuergefechte im Südsudan

Anhaltende Gewalt macht dem Südsudan weiter zu schaffen. Den dritten Tag in Folge kam es zu Gefechten in der Hauptstadt Juba. Der jüngste Staat Afrikas hatte sich erst vor fünf Jahren für unabhängig erklärt.

Angehörige einer früheren Rebellentruppe und Armeesoldaten haben sich im Südsudan den dritten Tag in Folge Feuergefechte geliefert. Die UN-Mission im Südsudan (UNMISS) meldete den Einsatz von Mörsergranaten und schweren Geschützen in der Umgebung eines UNMISS-Lagers in der Hauptstadt Juba. Ein Sprecher des Vizepräsidenten und früheren Rebellenführers Riek Machar machte die Regierungsarmee verantwortlich.

Regierungskreise: 272 Tote

Die Auseinandersetzungen hatten am Freitagabend am Präsidentenpalast begonnen, als dort Präsident Salva Kiir und sein Stellvertreter Machar zu einer gemeinsamen Pressekonferenz zusammenkamen. Offensichtlich lieferten sich Leibwächter von Kiir und Machar eine Schießerei, die anschließend auf andere Stadtteile übergriff.

Nach Angaben aus Regierungskreisen wurden bei den Gefechten in den letzten 72 Stunden insgesamt 272 Menschen getötet. Unter den Toten seien 33 Zivilisten, hieß es aus dem Umfeld des Gesundheitsministeriums.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte das Wiederaufflammen des Bürgerkriegs scharf. "Ich bin schockiert und abgestoßen von den schweren Kämpfen, die derzeit in Juba geschehen", erklärte er in New York. Noch an diesem Sonntag (Ortszeit) wollte sich der UN-Sicherheitsrat in einer außerplanmäßigen Sitzung mit der Lage im Südsudan befassen.

Riek Machar und Salva Kiir (Foto: AFP)

Kämpfen um die Macht: der frühere Rebellenführer und Vizepräsident Riek Machar (l.) und Präsident Salva Kiir

Fast drei Millionen Menschen auf der Flucht

Der Südsudan war am 9. Juli 2011 nach einem mehr als 20-jährigen Bürgerkrieg vom Sudan unabhängig geworden. Der Machtkampf zwischen Kiir und Machar eskalierte im Dezember 2013. Seitdem wurden bei Kämpfen zwischen Regierungstruppen und den von Machar geführten Rebellen zehntausende Menschen getötet. Fast drei Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben, fünf Millionen Menschen sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Der Konflikt hat auch die Ölproduktion stark eingeschränkt. Sie ist die wichtigste Einnahmenquelle des verarmten Staates. Seit April stehen die einstigen Rivalen Kiir und Machar nach dem Abschluss eines Friedensabkomens gemeinsam an der Spitze des Staates.

cr/stu/gri (afp, rtr, dpa)