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Europa

Erneut erschüttern Bombenexplosionen London

In der britischen Hauptstadt ist es wieder zu Terrorpanik gekommen, nachdem in U-Bahnen und einem Bus mehrere Bomben explodiert sind. Tote gab es nicht, doch Premier Blair nannte die Lage "sehr ernst".

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Die Londoner U-Bahn im Fokus

Genau zwei Wochen nach den Selbstmordanschlägen von London am 7. Juli ist die britische Hauptstadt am Donnerstag (21.7.) erneut von mehreren Explosionen erschüttert worden. Die Bomben in drei U-Bahnen und einem Bus waren zwar von geringer Sprengkraft, verbreiteten aber Angst und Schrecken. Opfer gab es keine. Wenige Stunden nach den Detonationen in drei U-Bahnen und einem Doppeldeckerbus hatte die Polizei die Lage nach eigenen Angaben wieder "unter Kontrolle". Premierminister Tony Blair rief die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren.

Die Fahndung hat begonnen

London U-Bahn Karte Warren Street

Eine Karte der London Underground mit den betroffenen U-Bahnstationen

Das BBC-Fernsehen meldete unter Berufung auf eine Polizeiquelle, dass ein Mann in Polizeigewahrsam genommen worden sei. Ein weiterer Mann wurde vor der Downing Street, dem Sitz des Premierministers, von Polizisten mit vorgehaltenen Maschinenpistolen festgenommen. Nach mehreren anderen werde gefahndet.

Scotland-Yard-Chef Sir Ian Blair sagte am Donnerstagabend in einer Reaktion auf Berichte über einen penetranten Geruch nach den Explosionen, nichts deute auf einen Chemiewaffenanschlag hin. Die Bomben seien anscheinend "recht konventionell" gewesen. "Das sind kleinere Sprengsätze, von denen einige nicht richtig losgegangen sind", erläuterte er. Die Bomben seien aber fast gleichzeitig explodiert.

Die Absicht: Menschen zu töten

Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen den jüngsten Londoner Explosionen und denen vom 7. Juli ist der Polizei zufolge zunächst nicht feststellbar. Auch sei es zu früh zu sagen, dass die Zwischenfälle auf das Konto des Terrornetzwerks El Kaida gingen, erklärte der Londoner Polizeichef Blair bei einer Pressekonferenz. Einige der benutzten Sprengsätze seien vermutlich gar nicht explodiert, doch habe die Absicht der Täter offensichtlich darin bestanden, Menschen zu töten.

Explosion in London

Absperrungen an der Warren Street-Station

Die Londoner Polizei habe an den Explosionsorten Indizien gesammelt, die einen bedeutenden Durchbruch bei den Ermittlungen bringen könnten, sagte Polizeichef Blair weiter. Die Festnahmen in der Nähe des britischen Regierungssitzes in der Downing Street hingen allem Anschein nach mit den Anschlagsversuchen im Nahverkehr zusammen.

"Wir können Dinge wie diese nicht herunterspielen. Es ist sehr ernst. Alles, was ich dazu sagen möchte ist dies - wir wissen, warum diese Dinge geschehen sind, um den Menschen Angst zu mache", sagte Regierungschef Blair. Er bestätigte, dass niemand verletzt worden sei.

Keine chemische Bombe

Die neuen Anschläge trafen die Metropole ins Mark. Zahlreiche U-Bahnstationen wurden vorübergehend evakuiert und scharenweise in Panik geratene Fahrgäste aus den Waggons geholt. Das Regierungsviertel Whitehall wurde kurzzeitig abgesperrt. Scotland Yard fand nach eigenen Angaben nach den Detonationen "keine Spuren chemischer Substanzen".

Blair rief die Bevölkerung auf, ihrer normalen Tätigkeit weiter nachzugehen. Er forderte die Briten auf, wie in der Vergangenheit mit der bekannten Ruhe, Würde und Entschlossenheit zu reagieren. Das Ziel der Attentäter sei genau, die Leute einzuschüchtern. "Wir wollen so schnell wie möglich zur Normalität zurückzukehren." Zuvor hatte er an einem Krisentreffen über die Explosionen mit den Chefs der Sicherheitskräfte sowie Innenminister Charles Clarke, Verteidigungsminister John Reid und Außenminister Jack Straw teilgenommen.

Sprengstoff im Rucksack?

Mehrere U-Bahngäste sagten, sie hätten gesehen, wie ein Rucksack explodiert sei. Andere Augenzeugen berichteten an zwei U-Bahnstationen, sie hätten jeweils gesehen, wie ein Mann einen Rucksack abgestellt habe und davongerannt sei.

Bei den Selbstmordanschlägen vom 7. Juli in drei Londoner U-Bahnen und einem Bus waren mindestens 56 Menschen ums Leben gekommen, etwa 700 wurden verletzt. (kap)

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