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Europa

Erneut Ausschreitungen in Frankreich

Die zweite Nacht in Folge ist es aus Protest gegen den Sieg des Konservativen Nicolas Sarkozy bei der Präsidentschaftswahl zu gewaltsamen Ausschreitungen in mehreren Städten gekommen.

Festgenommene Demonstranten, Quelle: AP

Festgenommene Demonstranten

In Paris lieferten sich am späten Montag (7.5.) auf dem Bastille-Platz - traditionell ein Ort für linke Demonstrationen - und am Gare de Lyon mehrere hundert Demonstranten eine Straßenschlacht mit Sicherheitskräften. Sie warfen Schaufenster ein, zündeten Motorroller und Autos an und demolierten Telefonzellen. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Die Demonstranten bewarfen die Beamten mit Pflastersteinen. Bereitschaftspolizisten und Gendarmen drängten die Demonstranten ab, kreisten sie ein und brachten sie in Polizeibusse. Laut vorläufigen Polizeiangaben gab es über 100 Festnahmen.

"Wir sind Wähler"

Die Demonstranten hatten zuvor gerufen: "Wir sind keine Randalierer, wir sind Wähler". Sarkozy hatte während der Jugendunruhen im Jahr 2005 heftige Proteste ausgelöst, als er gewalttätige Jugendliche als "Abschaum" bezeichnet hatte, die mit dem Hochdruckreiniger gesäubert werden müssten.

Eine Demonstrantin zeigt mit erhobenem Zeigefinger auf einen uniformierten Polizistin, Quelle: AP

Diskussionsbedarf: Polizist und Demonstrantin in Paris

Landesweit gingen nach Angaben des Innenministeriums etwa 10.000 Sarkozy-Gegner auf die Straßen. Auch die Demonstrationen in Nantes, Rennes, Tours und Toulouse verliefen zum Teil gewalttätig. Bereits am Wahlabend am Sonntag war es in Paris, Lyon, Toulouse, Rennes und Nantes zu Ausschreitungen gekommen. Dabei wurden nach Polizeiangaben 730 Autos angezündet, fast 80 Polizisten verletzt und bis zu 600 Menschen festgenommen.

Sarkozy auf Malta

Sarkozy gab zu den Vorfällen zunächst keine Stellungnahme ab. Am Tag nach seiner Wahl flog er nach Malta, um sich fern der Medien auszuruhen und seine Strategie für die Regierungsbildung zu überdenken. Die französischen Behörden bestätigten am Montagabend Sarkozys Ankunft auf der Mittelmeerinsel. Sarkozys Amtseinführung ist für den 16. Mai geplant. (sams)

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