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Bücher

Ernesto Cardenal: "Ich verlasse Nicaragua nicht"

Der Dichter und Freiheitskämpfer Ernesto Cardenal fühlt sich in seinem Heimatland Nicaragua politisch verfolgt. Nach der Ankündigung, er wolle in Deutschland ins Exil gehen, wird er jetzt doch in Nicaragua bleiben.

Er lebe in einer Diktatur und werde politisch verfolgt, schrieb der 92-Jährige Dichter und Kritiker des Präsidenten Daniel Ortega jüngst auf seiner Facebookseite. Ein Vertrauter des Dichters, Bosco Centeno, hatte am Mittwoch (15.02.2017) gesagt, dass Ernesto Cardenal in Betracht ziehe, Nicaragua zu verlassen und in Deutschland, Mexiko, Chile oder Spanien Asyl zu suchen. Davon sieht Cardenal offenbar nun doch ab. "Ich gehe nicht aus Nicaragua weg", sagte er am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur, "Ich bezahle nicht, was ich nicht schuldig bin". Cardenal ist von einer früheren Angestellten auf die Zahlung von rund 800 000 US-Dollar verklagt worden.

Ernesto Cardenal wird Ehrendoktor in Wuppertal

Gerade verkündete die Bergische Universität Wuppertal, dass sie Cardenal die Ehrendoktorwürde verleihe. Damit will die Universität seinen Beitrag zur Weltliteratur und sein Engagement für den Austausch zwischen Deutschland und Nicaragua würdigen. Die festliche Verleihung soll am 3. März stattfinden.

Theologe, Dichter, Revolutionär

Als Student schloss sich Cardenal der revolutionären Bewegung an und beteiligte sich am Sturz des Diktators Anastasio Somoza Garcia. Nebenbei schrieb er vor allem Gedichte. 1956 musste er aus Nicaragua fliehen. Er ging in die USA und lebte fortan im Kloster. Von Kentucky aus zog es ihn schließlich nach Mexiko und Kolumbien, wo er katholische Theologie studierte. Zurück in Nicaragua erhielt er 1965 die Priesterweihe und kämpfte weiter mit Worten und Taten für die Revolution. Sie glückte und machte ihn zum Kulturminister (1979-1987). Das Schreiben gab er nie auf. 1980 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und immer wieder führten ihn seine Lesereisen auch nach Deutschland. 

nw/rey (DPA, KNA, APE)

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