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Aktuell Kultur

Ernesto Cardenal für Lebenswerk geehrt

Der nicaraguanische Befreiungstheologe wird mit dem mit 10.000 Euro dotierten Theodor-Wanner-Preis des Stuttgarter Instituts für Auslandsbeziehungen ausgezeichnet.

Der 89-jährige Priester und Dichter wird für sein lebenslanges Engagement für Freiheit und Frieden sowie für seinen Einsatz für kulturelle Aktivitäten geehrt. Die Preisverleihung findet am kommenden Mittwoch in Berlin statt.

Der Preis bedeute ihm sehr viel, sagte Cardenal. In den 1970er Jahren unterstützte er die sandinistische Revolution und wurde nach deren Erfolg 1979 zum Kulturminister ernannt. Der Vatikan in Rom suspendierte ihn wegen seiner politischen Tätigkeit 1985 vom Priesteramt.

Inseljahre

Schon während seines Studiums beteiligte sich Cardenal an revolutionären Bewegungen, plante mit Freunden den Aufstand gegen Diktator Anastasio Somoza García und scheiterte. Auf Mancarrón im Inselarchipel Solentiname im Nicaragua-See gründete er in den 1960er Jahren eine Kommune nach urchristlichem Vorbild, sprach mit den Bewohnern über die Bibel und unterstützte sie dabei, sich als naive Künstler zu betätigen. Hier entstand auch sein bekanntestes Buch "Das Evangelium der Bauern von Solentiname".

Ende der 1970er Jahre ging Ernesto Cardenal ins Exil und schloss sich der sandinistischen Befreiungsfront an. Nach dem Sturz des Diktators Somoza wurde Cardenal Kulturminister der neuen Regierung. Er startete eine umfassende Alphabetisierungskampagne.

"Herausragendes Enagement"

Aus Sternen geboren

"Aus Sternen geboren" - ein Werk von Cardenal

Nach seinem Ausscheiden aus der aktiven Parteiarbeit konzentrierte sich Cardenal wieder auf sein lyrisches Schaffen. In den USA und Deutschland wurde der Dichter durch zahlreiche Lesereisen bekannt. 1988 gründete er mit dem deutschen Schauspieler Dietmar Schönherr in Granada das internationale Kultur- und Entwicklungsprojekt "Casa de los tres mundos" (Haus der drei Welten).

Das Institut für Auslandsbeziehungen, kurz ifa, zeichnet Ernesto Cardenal für sein Lebenswerk aus. Der Theodor-Wanner-Preis wird seit 2009 an Personen verliehen, die mit ihrem Engagement Herausragendes für den Dialog der Kulturen leisten. Der Preis geht auf den Stuttgarter Mäzen Theodor Wanner zurück, auf dessen Initiative hin das Institut 1917 gegründet wurde. Das Preisgeld von 10.000 Euro ist zweckgebunden und soll direkt in ein vom Preisträger ausgewähltes Projekt fließen.

suc/rb (epd, ifa)