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Kultur

Ernesto Cardenal als Ehrendoktor gewürdigt

Revolutionär, Mönch, Minister, Priester und Dichter: Ernesto Cardenal, eine der schillerndsten Figuren Zentralamerikas, erhielt die Ehrendoktorwürde der Bergischen Universität Wuppertal.

Ausgezeichnet wurde der 92-Jährige für seinen Beitrag zur Weltliteratur und sein Engagement für den Kulturaustausch zwischen Nicaragua und Deutschland. Cardenal ist einer der bekanntesten Schriftsteller seines Landes und auch in Deutschland sehr populär. Die Verleihung der Ehrendoktorwürde nahm Cardenal zum Anlass für eine Lesereise, Wuppertal ist nach Bonn und Münster seine dritte Station. Zu Wuppertal hat er einen ganz besonderen Bezug: Seit 1967 erscheinen seine Bücher im dort ansässigen Peter Hammer Verlag. Zu den Festrednern gehörten Uni-Rektor Lambert T. Koch und der Wuppertaler Oberbürgermeister Andreas Mucke, die Laudatio hielt der Literaturwissenschaftler Ottmar Ette.

Sandinist, Marxist und Christ

Ernesto Cardenal studierte Philosophie, Literatur und Theologie und wurde 1965 zum Priester geweiht. 1966 gründete er auf der Insel Mancarrón die Gemeinschaft von Solentiname, eine Bauernkommune nach urchristlichem Vorbild. Als Student schloss sich Cardenal der revolutionären Bewegung an und beteiligte sich am Sturz des Diktators Anastasio Somoza Garcia. Von 1979 bis 1987 war er Kulturminister der sandinistischen Regierung. Später überwarf er sich allerdings mit seinen einstigen Kampfgenossen. Heute ist er ein scharfer Kritiker von Präsident Daniel Ortega und wollte kürzlich sogar ins Exil gehen. Cardenal selbst nennt sich" Sandinist, Marxist und Christ" und wurde als Befreiungstheologe in aller Welt bekannt. Wegen seines politischen Engagements verbot ihm Papst Johannes Paul II. 1985 die Ausübung des priesterlichen Dienstes.

Mehrfach ausgezeichnet 

Für sein literarisches Werk erhielt Cardenal 1980 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. 2005 war er für den Literaturnobelpreis nominiert, 2010 wurde er mit dem "Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse" ausgezeichnet. 2012 erhielt er den den spanischen Königin-Sofia-Preis für Iberoamerikanische Literatur, 2014 den  Theodor-Wanner-Preis des Stuttgarter Instituts für Auslandsbeziehungen für sein Lebenswerk.

Cardenal tourt noch knapp zwei Wochen durch Deutschland und die Schweiz. Begleitet wird der Autor der Bücher "Das Evangelium der Bauern von Solentiname" und "In der Nacht leuchten die Wörter" von der Band "Grupo Sal".

suc/qu (kna, epd)

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