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Aktuell Europa

Ermittlungen nach verheerendem Zugunglück

Nach dem schwersten Zugunglück in Frankreich seit 25 Jahren laufen die Ermittlungen zur Unfallursache auf Hochtouren. Der Lokführer hat wohl eine noch größere Katastrophe verhindert.

Der französische Regierungschef Jean-Marc Ayrault bezifferte die vorläufige Opferbilanz auf sechs Tote und 30 Verletzte, darunter acht Schwerverletzte. Nach Angaben der Regierung sind neben Experten der Bahngesellschaft SNCF auch die Justiz und die staatliche Unfallbehörde BEA mit der Aufklärung der Intercity-Katastrophe betraut.

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Ermittlungen nach Zugunglück

Nach ersten Ermittlungen zum Unfallablauf waren am Freitag um 17.14 Uhr mehrere Waggons des Intercity-Zuges mit 385 Passagieren an Bord an einer Weiche rund 200 Meter vor dem Bahnhof von Brétigny-sur-Orge entgleist. Während der eine Zugteil weiterrollte, krachte der andere zum Teil auf den Bahnsteig.

Verkehrsminister Frédéric Cuvillier erklärte, das Unglück sei nicht durch einen Fehler des Lokführers verursacht worden. Es habe kein "menschliches Problem" gegeben, sagte er dem Radiosender RTL. Die französische Bahngesellschaft SNCF teilte bei einer Pressekonferenz mit, Ursache könnte ein Defekt an einem Weichenteil sein. Alle vergleichbaren Teile an anderen Orten würden nun kontrolliert, sagte Bahnchef Guillaume Pepy.

"Der Lokführer hat zum Glück absolut einzigartige Reflexe gezeigt, indem er sofort Alarm ausgelöst hat", erklärte Verkehrsminister Cuvillier. Dies habe verhindert, dass ein entgegenkommender Zug in die entgleisten Waggons gerast sei.

Suche nach weiteren Todesopfern

An den Bergungsarbeiten waren nach Regierungsangaben Hunderte Rettungskräfte und mehrere Hubschrauber beteiligt. Spezialkräfte suchten auch in der Nacht noch nach möglichen weiteren Todesopfern. Innenminister Manuel Valls hatte am frühen Abend gesagt, es sei wahrscheinlich, dass sich die Opferbilanz weiter verschlimmere. In der Nacht gab es dafür aber zunächst keine Anzeichen mehr.

Staatschef François Hollande sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und sicherte zu, dass alles für die Aufklärung der Katastrophe getan werde. Auch er war am Abend zur Unglücksstelle geeilt. Der am Nachmittag in Paris gestartet Unglückzug hätte eigentlich um 20.05 Uhr in Limoges ankommen sollen. Die Stadt liegt rund 400 Kilometer südlich der Seine-Metropole.

pg/nem (dpa, afp)

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