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Rechtsextremismus

Ermittlungen nach Hooligan-Attacke auf Grünen-Politiker

Der sächsische Grünen-Chef Jürgen Kasek und gewaltbereite Anhänger des 1. FC Lok Leipzig geraten in einem Zug aneinander. Kasek spricht von einem Mob und erstattet Anzeige.

Jürgen Kasek Bündnis 90/Die Grünen (picture alliance / dpa)

Jürgen Kasek

Die Bundespolizei ermittelt wegen versuchter Körperverletzung. Es würden Bilder der Videoüberwachung aus dem Regionalzug ausgewertet, teilte ein Sprecher mit. Konkrete Tatverdächtige seien vorerst nicht bekannt.

Fans des 1. FC Lokomotive Leipzig waren nach Angaben Kaseks sofort auf ihn losgegangen, als dieser mit drei Begleitern in Naumburg (Sachsen-Anhalt) in den Zug gestiegen sei. Aus der Menge sei eine leere Plastikflasche geworfen worden, die ihn am Kopf verletzt habe.

Der Grünen-Politiker hatte den Angriff selbst öffentlich gemacht. Der Regionalzug war demnach voll mit Fußball-Hooligans besetzt gewesen, von denen er einige erkannt habe. Auch er sei sofort erkannt worden, schilderte Kasek. Daraufhin sei ein Tumult ausgebrochen. Bundespolizisten verwiesen das Grünen-Quartett schließlich des Zuges. "Ich glaube, es ging ihnen primär darum, die Situation aufzulösen", sagte Kasek hierzu.

210 Hooligans im Zug

Nach Polizeiangaben saßen etwa 210 Lok-Anhänger in dem Zug. Sie kamen vom Fußballspiel Leipzig gegen Carl Zeiss Jena. Es habe "verbale Provokationen" gegen Kasek gegeben. Der Grünen-Chef war zusammen mit der Bundestagsabgeordneten Monika Lazar, der Leipziger Grünen-Politikerin Christin Melcher und einem weiteren Grünen-Mitglied auf der Rückreise von einem Urwahl-Forum der Partei in Erfurt. Die Bundespolizisten im Zug hatten erst hinterher erfahren, um wen es sich bei der Gruppe handelte.

Kasek bezeichnete die Situation im Zug als "sehr, sehr unangenehm". Einschüchtern lasse er sich jedoch nicht.

Noch in der Nacht von Sonntag auf Montag gab es in sozialen Netzwerken im Internet nach seinen Worten eine weitere Welle von Beleidigungen und Bedrohungen gegen ihn. Auch darauf werde er mit Anzeigen reagieren, machte Kasek deutlich.

Der Grünen-Politiker setzt sich seit Jahren offensiv gegen Rechtsextremismus und gegen die fremdenfeindliche "Legida"-Bewegung ein. Er wurde deshalb bereits mehrfach bedroht. 

se/cr (dpa, afp, epd)