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Politik & Gesellschaft

Ermittlungen: Iran unter Terrorverdacht

Plant der iranische Geheimdienst Anschläge in Deutschland? Die Bundesanwaltschaft geht dem Verdacht nach, dass im Falle eines US-Angriffs amerikanische Einrichtungen auf deutschem Boden attackiert werden sollen.

Flugzeuge auf Militärflughafen (Archivfoto: AP)

US-Militärflughafen Ramstein: Im Visier des iranischen Geheimdienstes?

Generalbundesanwalt Harald Range bestätigte am Donnerstag (01.12.2011) in Karlsruhe ein entsprechendes Ermittlungsverfahren. Details nannte er nicht. Der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, sagte zum Stand der Ermittlungen: "Wir sehen derzeit keine unmittelbare Gefahr".

Verdacht der Agententätigkeit

Generalbundesanwalt Range (Foto: dpa)

Generalbundesanwalt Range bestätigt Ermittlungen

Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, der Iran wolle mit den Anschlägen Nachschub und Logistik der Amerikaner lahmlegen. Mögliche Ziele: US-Militärflughäfen in Deutschland. Die Bundesanwaltschaft ermittle gegen einen deutschen Geschäftsmann wegen des Verdachtes der Agententätigkeit zu Sabotagezwecken. Er habe den konspirativen Kontakt mit der iranischen Botschaft in Berlin gepflegt. Schon Anfang November habe es in diesem Zusammenhang eine Hausdurchsuchung gegeben.

Die USA betreiben in Ramstein in der Pfalz - westlich von Kaiserslautern - einen ihrer größten Militärstützpunkte weltweit. Über diesen Flughafen werden unter anderem wesentliche Teile des Nachschubs für die Einsätze in Afghanistan und im Irak abgewickelt. In einem großen Lazarett im nahegelegenen Landstuhl werden verletzte Soldaten aus den Einsatzgebieten behandelt. Beide Einrichtungen sind schwer gesichert.

Andauernde Spannungen

Die seit Jahren andauernden Spannungen zwischen dem Iran und dem Westen hatten sich verstärkt, nachdem die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in einem Bericht erstmals "glaubwürdige Hinweise" für eine militärische Dimension des iranischen Nuklearprogramms aufgelistet hatte. Zuvor hatte Israel mit einer militärischen Antwort auf die atomaren Ambitionen Teherans gedroht.

Die Lage verschärfte sich abermals am Dienstag nach der Erstürmung der britischen Botschaft in Teheran durch Demonstranten, die gegen die britische Sanktionspolitik protestierten. Mehrere Staaten, darunter Deutschland, zogen daraufhin ihre Botschafter ab. Am Donnerstag verhängte die EU neue Sanktionen gegen den Iran wegen des Atomprogramms.

Autor: Herbert Peckmann (rtr, dpa, afp)
Redaktion: Rolf Breuch

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