1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Amerika

Ermittler kommen voran im Fall Nisman

Beging Alberto Nisman tatsächlich Suizid? Oder wurde der argentinische Staatsanwalt ermordet, kurz bevor er im Parlament schwere Vorwürfe gegen Staatschefin Kirchner erheben konnte? Es gibt neue Erkenntnisse.

Die Ermittlungen zum Tod des erschossenen argentinischen Staatsanwalts Alberto Nisman haben weitere Hinweise für eine Selbsttötung zu Tage gefördert. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft trat die Kugel in einem Winkel von 30 Grad zwei Zentimeter oberhalb der Ohrmuschel ein. Zudem sei der Schuss aus einer Entfernung von nicht mehr als einem Zentimeter abgegeben worden, berichtet die Tageszeitung "La Nación". Bereits seit längerem ist bekannt, dass an der Waffe und an der Kleidung nur das genetische Profil der DNA des Opfers gefunden wurden.

Der 51 Jahre alte Nisman war Mitte Januar tot in seiner Wohnung in Buenos Aires aufgefunden worden - wenige Stunden vor einer geplanten Anhörung im Parlament. Neben seiner Leiche lag eine Pistole.

Cristina Kirchner (Foto: Reuters)

Cristina Kirchner

Was musste die Präsidentin befürchten?

Als Sonderstaatsanwalt war Nisman seit 2004 für die Aufklärung des Anschlags auf das Gebäude des jüdischen Hilfswerks AMIA im Jahr 1994 zuständig. Für den Anschlag mit 85 Toten macht die argentinische Justiz den Iran verantwortlich. In der Parlamentsanhörung wollte der Staatsanwalt der argentinischen Präsidentin Cristina Kirchner und Außenminister Héctor Timerman vorwerfen, iranische Regierungsangehörige vor Strafverfolgung zu schützen, um das Verhältnis zu Teheran nicht zu belasten. Viele Argentinier glauben, die Regierung habe Nisman ermorden lassen, weil sie den Parlamentsauftritt des Staatsanwalts gefürchtet habe.

Kirchner selbst hatte nach dem mysteriösen Tod Nismans den Verdacht geäußert, dass der Staatsanwalt ermordet wurde, um ihr anschließend eine Vertuschung des Skandals vorwerfen zu können. Aus ihrem Umfeld wurden kürzlich entlassene Mitarbeiter des Geheimdienstes SI als Tatverdächtige genannt.

wa/joz (epd, afp, dpa)

Die Redaktion empfiehlt