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Politik

Erleichterung und Sorge

Knapp drei Monate nach Beginn des Entführungsdramas in der Sahara hat das algerische Militär mehr als die Hälfte der 32 europäischen Touristen befreit.

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Die ersten sind gerettet

Für eine Gruppe der entführten Urlauber in Algier ist die Horrorreise zu Ende. Sie gehören zu den 17 jetzt befreiten Geiseln. Unter ihnen sind sechs der vermissten 16 Deutschen, zehn Österreicher und ein Schwede. Die Deutschen und der Schwede landeten am Mittwoch (14.5.2003) mit einem Flugzeug der Bundeswehr auf dem Flughafen Köln-Bonn. Ihre Ankunft war überschattet von der Sorge um die noch in der Sahara vermissten 15 Touristen.

"Wir sind froh, dass der erste Teilerfolg erzielt worden ist. Wir
sind in großer Sorge, was die zweite Gruppe von Geiseln betrifft", sagte Außenstaatssekretär Jürgen Chrobog bei der Ankunft. Er wollte keine Einzelheiten nennen, um die Sicherheit der übrigen Geiseln nicht zu gefährden.

Die Österreicher kamen mit einer Sondermaschine
ebenfalls am Abend in Salzburg an. Dort wurden die Angehörigen der Freigelassenen mit einem Autobus direkt auf das Rollfeld gebracht. Sie begrüßten in dem Flugzeug ihre Angehörigen. Den befreiten Touristen soll es den Umständen entsprechend gut gehen.

"Erhebliche Gefahr"

Die Geiseln waren nach Angaben des algerischen Armee-Generalstabs in den Händen der islamistischen Terrorgruppe GSPC. Die Situation für die verbliebenen Verschleppten wurde von der Bundesregierung als "prekär" beschrieben. Nach Ansicht des Terrorismus-Experten Rolf Tophoven sind die verbliebenen 15 Geiseln in "erheblicher Gefahr". Sie könnten durch das Eingreifen des Militärs nun stärker gefährdet sein, hieß es in Bern und in Berlin.

Die Aktion fand nach algerischen Medienberichten bereits am Dienstag (13.5.2003) statt. Die Geiseln wurden in der Nähe von Amguid westlich von Illizi befreit, teilte der Generalstab in Algier mit. Bei dem Sturmangriff auf die Entführer wurden den Angaben zufolge mehrere Soldaten verletzt.

Die meisten der 17 befreiten Sahara-Urlauber hätten nach Ansicht von Wüstenexperten noch vor der Einreise in Algerien über das Risiko ihrer Tour informiert sein müssen. Eine Gruppe aus acht Österreichern soll noch auf der Fähre von Genua nach Tunis gewarnt worden sein, hieß es am Mittwoch aus Kreisen der Sahara-Fahrer.

Unklar waren nach der Befreiung der Wüstenurlauber zunächst die Motive der Entführer. Nach dem Verschwinden der ersten Gruppe Ende Februar gab es immer wieder Spekulationen über die Hintergründe des Geiseldramas. Über Lösegelderpressung oder islamistischen Terrorismus wurde spekuliert. Die jetzt als Drahtzieher genannte islamistische Terrorgruppe GSPC gilt als Sympathisantin des Terror-Netzwerkes El-Kaida und operiert seit Jahren in der Sahara. (kas)

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  • Datum 15.05.2003
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