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Reise

Erlebnistour rund um die Milch

Wie wird aus grünem Gras weiße Milch? Im nordhessischen Willingen-Usseln bleibt diese Frage nicht unbeantwortet: Dort gibt es seit Ende Mai einzigartigen Anschauungsunterricht – im Milchmuhseum.

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"Upländer Milchmuhseum" heißt das einer Bauernmolkerei angegliederte Institut. Das "h" in der Namensmitte weist auf die muhende Kuh als wichtigste Milchspenderin hin. Auf Schrifttafeln erfährt der Besucher, dass eine Kuh mit vollem Euter fast einen Zentner Gewicht mit sich herumträgt.

Dass Milch als Heilmittel gegen Gift und Gicht gilt und dass Chinesen und Japaner das Milchtrinken erst durch die Europäer gelernt haben, sind weitere Neuigkeiten für Milchfans, die aus dem Staunen nicht herauskommen. So beginnt menschliches Leben mit der Milch, und Milchdrüsen sind nichts anderes als weiterentwickelte Schweißdrüsen.

Wettmelken an Kunststoff-Zitzen

Die Besucher finden kein bierernstes Bildungsinstitut in dem zwischen grünen Weiden gelegenen Ferienort. Vielmehr sollen sie eine unterhaltsame Reise durch Geschichte, Gegenwart und ökologische Zukunft der Milch antreten. Das obligatorische Wettmelken, das zu jeder Gruppenführung gehört, erhöht den Spaßfaktor. Aus Tierschutzgründen ziehen Schulkinder und Erwachsene allerdings nicht am Original-Kuheuter, sondern an Kunststoff-Zitzen. Nach der Führung kann man die Produkte im Milchgarten genießen.

Auf die Idee zu dem Milchmuseum kamen die Betreiber der Upländer Bauernmolkerei, wo seit über hundert Jahren aus Frischmilch Butter, Sahne, Käse, Joghurt und Quark gemacht wird. Als die früher üblichen Betriebsbesichtigungen aus hygienischen Gründen unmöglich wurden, sann man auf andere Wege, Besuchern zu zeigen, wie grünes Gras in weiße Milch und anschließend in andere Produkte umgewandelt wird.

"Mein zärtlicher Käse"

Zwischen Kühen aus Porzellan und Plüsch, dreibeinigen Melkschemeln und Butterfässern finden sich auch historische Zitate über Milchiges: So schwörte der griechische Arzt Hippokrates auf Ziegenkäse, die älteste aller Käsesorten. Der Ausspruch "mein zärtlicher Käse" galt den alten Römern als Kosewort für die Geliebte. Und Martin Luther widmete in einer Epistel aus dem Jahr 1525 dem Butterbrot, sächsisch: pomme, eine Bemerkung: "die kinder thun auch also, eym iglichen gefallet seyne putterpomme am besten", schrieb der Reformator und beklagte damit die Neigung der Menschen, sich auf sich selbst allzu viel einzubilden. epd/(pg)

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