1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Politik

Erinnerung an Beginn des Zweiten Weltkriegs

Gedenken in Danzig: Vor 70 Jahren, am 1. September 1939, überfiel Nazi-Deutschland den Nachbarn Polen. Bundeskanzlerin Merkel sagte auf der zentralen Gedenkkundgebung bei Danzig: "Ich verneige mich vor den Opfern."

Kanzlerin Angela Merkel bei der Zeremonie in Polen (Foto: AP)

Gedenken auf der Westerplatte: Bundeskanzlerin Angela Merkel

"Heute vor 70 Jahren begann mit dem deutschen Überfall auf Polen das tragischste Kapitel in der Geschichte Europas", betonte die Kanzlerin bei der Feierstunde auf der Westerplatte bei Danzig am Dienstag (01.09.2009). Der von Deutschland entfesselte Krieg habe "Jahre der Entrechtung, der Erniedrigung und der Zerstörung" gebracht.

Die Ministerpräsidenten Tusk und Putin bei der Begrüßung (Foto: dpa)

Polens Ministerpräsident Tusk begrüßt die Staatsgäste zur Gedenkfeier

Mehrere Staats- und Regierungschefs, unter ihnen der russische Ministerpräsident Wladimir Putin, ehrten die Toten mit einer Kranzniederlegung.

Der Beschuss der Westerplatte durch das deutsche Schulschiff "Schleswig-Holstein" im Morgengrauen des 1. September 1939 gilt als Beginn des Zweiten Weltkriegs, in dessen Verlauf mehr als 60 Millionen Menschen getötet wurden. Etwa sechs Millionen Polen kamen ums Leben, die Hälfte von ihnen waren Juden. Es sei der Auftrag der Deutschen, "die Zukunft im Bewusstsein unserer immerwährenden Verantwortung zu gestalten", erläuterte die Kanzlerin.

Auch Thema Vertreibung angesprochen

Das deutsche Kriegsschiff 'Schleswig-Holstein' beim Angriff auf Polen

Im Morgengrauen des 1. September 1939: der Beschuss durch die "Schleswig-Holstein"

Merkel ging in ihrer Rede auch auf das Thema Vertreibung ein, das in Polen stets mit Argwohn beobachtet wird. Dabei berief sich die Bundeskanzlerin auf eine Erklärung der Vorsitzenden der deutschen und polnischen Bischofskonferenzen zum Jahrestag des Kriegsausbruchs. Danach dürfe die geschichtliche Wahrheit in all ihren Aspekten weder vergessen noch zu gering geachtet werden.

"Immerwährende Verantwortung Deutschlands"

"Wenn wir in meinem Land bis heute auch an das Schicksal der Deutschen denken, die in Folge des Krieges ihre Heimat verloren haben, dann tun wir das stets genau in dem von den Bischöfen beschriebenen Sinne", sagte Merkel. "Dann tun wir das, ohne irgendetwas an der immerwährenden geschichtlichen Verantwortung Deutschlands umschreiben zu wollen. Das wird niemals geschehen."

Kanzlerin Merkel und Ministerpräsident Tusk (Foto: AP)

"Geschichte nicht vergessen": Ministerpräsident Tusk und Kanzlerin Merkel.

Kein Land habe so lange unter deutscher Besatzung gelitten wie Polen. "Hier auf der Westerplatte gedenke ich als deutsche Bundeskanzlerin aller Polen, denen unter den Verbrechen der deutschen Besatzungsmacht unsägliches Leid zugefügt wurde." Die Kanzlerin erinnerte auch an den Holocaust und gedachte dabei der Juden sowie der anderen Opfer, "die in deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagern einen grausamen Tod erlitten".

Putin würdigt Leistung der Sowjets

Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin unterstrich die Bedeutung der Sowjetunion im Kampf gegen Nazi-Deutschland. Die Sowjetunion und Polen seien Waffenbrüder gewesen. Den Hitler-Stalin-Pakt, nach dem die Sowjetunion den Nazis freie Hand für den Überfall auf Polen ließ, hatte Putin bereits zuvor als "unmoralisch" bezeichnet. Polens Ministerpräsident Donald Tusk ermahnte zum Auftakt der Gedenkfeierlichkeiten, die Geschichte dürfe nicht vergessen oder verfälscht werden. "Ohne aufrichtiges Gedenken werden weder Europa noch Polen oder die Welt jemals in Sicherheit leben können", sagte Tusk. (ml/gri/dpa/ap/rtr/afp)

Audio und Video zum Thema