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Aktuell Deutschland

Erinnern an die sowjetischen Opfer im Zweiten Weltkrieg

Zum 75. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion gedenken Bundespräsident Gauck und Politiker aller Bundestagsfraktionen der Millionen Opfer. Außenminister Steinmeier hebt die deutsche Schuld hervor.

Joachim Gauck (Foto: Reuters/H. Hanschke)

Bundespräsident Gauck: "Kein Land hat im Zweiten Weltkrieg so große Opfer gebracht wie die Sowjetunion." (Archivbild)

"Das Wachhalten der Erinnerungen an die Schrecken des Zweiten Weltkrieges und an die deutsche Schuld war, ist und bleibt eine unverzichtbare, zwingende Voraussetzung für die Aussöhnung zwischen unseren Ländern", schrieb Bundesaußenmininster Frank-Walter Steinmeier in einem Artikel für Zeitungen in Russland, Weißrussland und der Ukraine. Anlass ist der Angriff Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941.

Nur gemeinsam könne man "eine nachhaltige und stabile Friedensordnung in Europa erhalten", so Steinmeier. Derzeit drohten neue Trennlinien. "Die völkerrechtswidrige einseitige Veränderung von Grenzen und die Nichtachtung der territorialen Integrität von Nachbarstaaten – all das führt uns in überwunden geglaubte Zeiten, die sich niemand wünschen kann." Die Worte bezogen sich auf die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland und auf die Militärhilfe für prorussische Separatisten in der Ostukraine.

"Frieden ist nicht selbstverständlich"

Auch Bundespräsident Joachim Gauck zieht Parallelen zur Gegenwart. "Der Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion mahnt uns, die Bedeutung des Friedens erneut ins Bewusstsein zu rufen: Frieden ist nicht selbstverständlich", erklärte Gauck. Auch die europäische Völkergemeinschaft beruhe auf der Zusammenarbeit von Gleichberechtigten. Sie trage Konflikte auf friedliche Weise aus.

Auch die Vorsitzenden der Partei und Fraktion Die Linke mahnten Vernunft und Versöhnung im Umgang mit Russland an. Katja Kipping, Sahra Wagenknecht, Bernd Riexinger und Dietmar Bartsch forderten, den Schwur "Nie wieder Krieg!" ernst zu nehmen. Aus Schrecken und Brutalität des Krieges müssten endlich die richtigen, friedlichen Schlüsse gezogen werden, so die vier Linken-Politiker, sonst gewönnen Konfrontationen gegenüber einer Politik der Vernunft.

Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain (foto: DW/O. Solonari)

Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain: Zwischen 1941 bis 1945 befand sich hier ein Lager für sowjetische Kriegsgefangene

Unrecht gegen Kriegsgefangene anerkennen

Anlässlich des Jahrestags haben die Grünen eine Anerkennung der sowjetischen Kriegsgefangenen als Opfer des NS-Regimes gefordert. Zwar habe der Bundestag im vergangenen Jahr für sie eine Entschädigung in Höhe von jeweils 2500 Euro beschlossen, heißt es in einem Brief der Grünen-Bundestagsfraktion an Bundestagspräsidenten Norbert Lammert, über den die Funke Mediengruppe berichtet. "Aber Geld ist das eine, klare, unmissverständliche Worte sind das andere", schreiben die Abgeordneten Marieluise Beck und Volker Beck. Es sei "beschämend und traurig", wenn sich der Bundestag weiter verweigern würde, das schwere Unrecht gegen die ehemaligen Kriegsgefangenen anzuerkennen.

Der Bundestag erinnert am Nachmittag mit einer einstündigen Debatte an den 75. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion.

fab/stu (afp, epd, dpa, Die Linke)