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Musik

Eric Burdon - Blues, Drugs and Rock 'n’ Roll

Er gilt als größter weißer Bluessänger, gründete die Band Animals und brachte den Kultsong "House Of The Rising Sun" zum Welterfolg. Zu seinem 75. Geburtstag geht Eric Burdon mit neuer Band wieder auf Tournee.

Es war 1964, als die "Animals" mit ihrem Blues-Klassiker "The House of the Rising Sun“ die Hitparaden in Großbritannien, USA, Kanada und Australien stürmten. Der alte amerikanische Folk Song handelt in ihrer Version von einem jungen Mann, der in einem Bordell, einem sogenannten "Haus der aufgehenden Sonne" sein ganzes Geld verschleudert. Die armen Verhältnisse, das Leben im Elend zwischen Spielern und Drogenabhängigen, all das war Eric Burdon von Kindheit an bekannt.

Burdon stammt aus einer Arbeiterfamilie und wuchs in Newcastle upon Tyne in Nordengland auf. In dieser Schwerindustrie-Metropole kam er am 11. Mai 1941 auf die Welt, mitten im zweiten Weltkrieg. "Als ich geboren wurde, habe ich den Blues herausgeschrien, laut genug, um während der Luftangriffe der Nazis gehört zu werden", sagte er der Onlinezeitschrift "Hollywood Soapbox".

Erfolg über Nacht mit den Animals

Eric Burdon und THE ANIMALS sehten auf der Bühne (c) picture-alliance/Photoshot

Die Animals 1966 kurz vor der Trennung

Zur eigentlichen Bluesmusik fand er als Jugendlicher. Er hatte Muddy Waters singen gehört. "Ich wusste sofort, das war, was ich tun wollte", erzählte er der australischen Zeitung "Sydney Morning Herald". In den 60er Jahren konnte er seinen Traum dann verwirklichen. Es war die Zeit der Proteste gegen Rassentrennung und später gegen den Vietnamkrieg. Mit seiner prägnanten bluesigen Stimme trat Eric Burdon 1961 in Alexis Korners Band "Blues Incorporated" auf. Durch Alexis Korner lernte er den Keyboarder Alan Price kennen und gründet mit ihm 1963 die "Animals".

Durchbruch mit "The House of The Rising Sun"

Mit "The House of The Rising Sun" gelang der Band 1964 der Durchbruch. Angeblich hat die Aufnahme des Stücks nur 15 Minuten gedauert. Für Eric Burdon reine Routine, denn schließlich, so schreibt er, habe er das Lied schon gesungen, seit er 16 war. Eine seiner zahlreichen Biografien trägt übrigens den Titel "Don't let Me Be Misunderstood", ebenfalls ein Erfolgshit der Animals. Sein Hit "We Gotta Get Out of This Place" wurde sogar zur inoffiziellen Hymne der Soldaten im Vietnamkrieg.

1965 trennte sich Alan Price von den Animals und nahm zum Ärger der Band die Rechte an "House of The Rising Sun" mit. Bis 1966 hielten sich die Animals mit mäßigem Erfolg noch über Wasser, dann brach die Band auseinander. In den folgenden Jahren gab es immer wieder Zusammenschlüsse der Animals in verschiedenster Besetzung.

Karriereknick unter Drogen

Eric Burdon bei einem Auftritt (c) picture-alliance/dpa

Von Drogen gezeichnet: Eric Burdon bei einem Auftritt 1971 mit seiner Band "WAR"

Zunächst aber wandte sich Eric Burdon wieder dem Blues zu und gründete mit dem Trommler Barry Jenkins von den Animals die neue Band "Eric Burdon And The Animals". Zu seinen Hits, die Ende der Sechziger Jahre in seiner "psychodelischen Phase" entstanden, gehören "When I Was Young" und "Monterey". Mit "Monterey" verarbeitete Eric Burdon seinen LSD-Trip auf dem Monterey Pop Festival im Juni 1967. Drogen waren über weite Strecken der Grund für das Auf und Ab in Eric Burdons Karriere.

1969 lernte der Sänger "The Night Shift" kennen. Die funkige Bluesmusik begeisterte ihn. Es entstand eine gemeinsame neue Funk-Rock Formation namens "WAR", mit der das erfolgreiche Album "Eric Burdon Declares WAR" entstand. Doch Anfang 1971 brach Eric Burdon nach einer Show zusammen und musste kürzer treten. Von den Drogen aber kam er nicht los.

Nach zahlreichen Drogenexzessen zog er 1977 mit Frau und Tochter nach Deutschland, wo zu dieser Zeit die amerikanische Bluesmusik gerade wieder ein Comeback erlebte. Der deutsche Rocksänger Udo Lindenberg war von Burdons Stimme fasziniert und nahm ihn 1979 mit auf Tournee. Doch wieder einmal wurde Burdons Karriere vom Drogenkonsum gebremst. Wegen Drogenmissbrauchs wurde er 1983 in Deutschland verhaftet. Seine Freunde der früheren Animals holten ihn nach Amerika, aber auch dort blieb der Erfolg aus.

Späte Ehre in der Rock and Roll Hall of Fame

Erst in den Neunzigern hatte er Erfolg mit der "Eric Burdon-Brian Auger Band". Ihr Hit "Access All Areas" wurde auch in den USA wieder ein Erfolg. Seitdem ist Eric Burdon erneut präsent auf der Bühne und in den Köpfen seiner alten und neuen Fans. 1995 würdigte man seine Leistungen in Amerika: Die Animals wurden in die "Rock and Roll Hall of Fame" aufgenommen.

Eric Burdon und Jan Delay auf der Bühne bei Udo Lindenberg Konzert(c) picture-alliance/Geisler-Fotopress/C. Niehaus

Udo Lindenbergs Gäste Jan Delay (l) und Eric Burdon beim Start seiner 'Panikparty-Stadion-Tour 2015' in Hannover

Eric Burdon hat in den 50 Jahren seiner Musikkarriere viele Höhen und Tiefen erlebt und musste sich immer wieder neu orientierten. Er hat mit verschiedensten Musikrichtungen experimentiert und stand mit vielen berühmten Musikern wie Chuck Berry oder Jimi Hendrix auf der Bühne. Chuck Berry, Bo Diddley und Ray Charles haben ihn auch musikalisch geprägt. "Jeder von ihnen hat mich gelehrt, meine Stimme in einer einzigartigen Art und Weise zu nutzen, um die Wahrheit auszudrücken, die in mir drinnen ist."

Ein Mann mit vielen Talenten

Eric Burdon hat seine Talente auch auf anderen Gebieten gezeigt. Er hat sich als Maler ausprobiert, als Autor und auch als Schauspieler. Sich selbst und dem Blues ist der Mann mit der rauen Stimme und der dunklen Sonnenbrille aber immer treu geblieben. Als Schauspieler hat er sich sogar mehr oder weniger selbst gespielt. In Christel Buschmanns Film "Comeback" bekam er die Hauptrolle. Es geht – wie sollte es anders sein – um die Rückkehr eines ehemaligen Rockstars.

Auch mit 75 feiert Eric Burdon wieder ein Comeback. Der Pionier des britischen Rhythm and Blues hat anlässlich seines Geburtstags wieder einmal die "Animals" mit einer komplett neuen Formation aus der Taufe gehoben. Mit der neuen Band startet er nach seinem Geburtstag in Australien die nächste Tournee, die ihn auch in die USA und nach Europa führen wird. Am 7. September spielt er dann in seiner Heimatstadt Newcastle upon Tyne und bestimmt wird er auch "House of The Rising Sun singen".

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