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Wirtschaft

Erholung an den Börsen nach dem Flugzeugunglück von Queens

Die deutschen Aktien haben einen Tag nach dem Flugzeugunglück in New York deutlich zugelegt. Der Aktienindex Dax gewann am Dienstagnachmittag über zwei Prozent hinzu.

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Trotz weiterhin schlechter Bedingungen sind Anleger optimistisch.

Nicht nur die Erleichterung, dass es sich in New York lediglich um einen Unfall handelte, beflügelte die Märkte. Positiv sei auch, dass die Nordallianz mit der Hauptstadt Kabul das politische Zentrum Afghanistans besetzt habe, sagten Händler. Die Koalitionskrise in Berlin habe hingegen keinen Einfluss auf die Kursentwicklung.

Besonders die Branchen, die nach dem Flugzeugabsturz besonders unter Druck geraten waren, erholten sich deutlich. Die Fluglinie Lufthansa etwa büßte nach dem Absturz über 11 Prozent ein und gewann am Dienstag über vier Prozent hinzu. Die Aktie des Touristikkonzerns Preussag gewann über 3 Prozent hinzu.

Infineon: Phantasie trotz schlechter Zahlen

Im Mittelpunkt des Interesses standen die Papiere von Infineon, die mehr als sieben Prozent zulegten. Infineon-Chef Ulrich Schumacher rechnet in dem von Überkapazitäten geprägten Markt für Speicherchips mit einer baldigen Konsolidierung. Infineon werde über die bereits erfolgten Einschnitte hinaus keine weiteren Kapazitätskürzungen vornehmen. Für die nächsten sechs Monate gab sich Schumacher weiterhin skeptisch. Von einer Erholung auf dem Halbleitermarkt, wie sie bereits seit Wochen an den Aktienmärkten vorweggenommen wird, könne keine Rede sein. Dem Aktienkurs schadete das jedoch nicht. Die Anleger trauen dem Infineon-Konzern offenbar zu, die Chipkrise zu meistern. Ein Händler sagte, die entscheidende Frage sei, wer die Krise überstehen werde. Infineon wird dank der starken Muttergesellschaft Siemens zu diesem Kreis gerechnet. Das Unternehmen will weltweit gut 5000 Stellen streichen.

BASF rechnet weiter mit schwacher Konjunktur

In einer anderen zyklischen Branche richtete sich der Blick heute auf den Chemiekonzern BASF. Das Ludwigshafener Unternehmen erwartet nach einem deutlichen Geschäftseinbruch immer noch keine rasche Besserung. Das Unternehmen gab sowohl bei Umsatz wie auch Gewinn deutlich gesunkene Zahlen für das dritte Quartal bekannt. Demnach sanken die Einnahmen im Zeitraum von Juli bis Ende September um knapp 22 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. BASF-Chef Jürgen Strube erwartet, dass auch 2002 ein schwieriges Jahr für die Wirtschaft werde. Wann mit einer Umkehr des Abwärtstrends zu rechnen sei und wann die Weltwirtschaft wieder einsetze, könne zurzeit niemand sagen,

erklärte er. Der BASF-Chef ist überzeugt, dass es den USA und ihren Verbündeten gemeinsam mit der OPEC gelingen werde, die wirtschaftliche Situation zu stabilisieren. Doch die Gefahr einer weltweiten Rezession sei nicht zu übersehen, betonte Strube.
Die Konsequenz: Der Chemiekonzern will Anlagen stilllegen. Derzeit wird geprüft, welche Anlagen "für eine begrenzte Zeit" abgeschaltet werden könnten.

Issing: "Erholung in 2002 in Sicht."

Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Otmar Issing, rechnet mittelfristig mit einer Erholung der Wirtschaft in der Euro-Zone. Im Laufe des nächsten Jahres erwartete er einen Aufschwung in Europa. Die EZB habe mit ihren Zinssenkungen das Ihrige getan, sagte Issing am Montagabend auf einer Veranstaltung in Wiesbaden. "Für die aktuelle Entwicklung ist keine Besserung in Sicht", sagte er. Acht führende europäische Wirtschaftsinstitute hatten die Europäische Zentralbank zuvor aufgefordert, die Leitzinsen weiter zu senken, falls sich die Konjunktur weiter abschwächt.

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  • Datum 13.11.2001
  • Autorin/Autor (dk)
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